Jon Stewart Seine besten Momente in Videos

Jon Stewart hat mit der "Daily Show" den Standard für politische Comedy gesetzt und dem Fernsehen unzählige großartige Momente geschenkt: lustige, ernste und denkwürdige. Wir haben sieben der besten ausgewählt.

Präsident Obama: Sieben Mal zu Gast bei Jon Stewart
AP/dpa

Präsident Obama: Sieben Mal zu Gast bei Jon Stewart


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Januar 1999: Bill Clinton muss sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er über seine Affäre mit der damals 21-jährigen Praktikantin Monica Lewinsky gelogen hat. Unter dem Vorsitz des Obersten Richters William Rehnquist werden im Kongress die Vorwürfe Meineid und Behinderung der Justiz verhandelt. Jon Stewart verfolgt das "angeblich historische Ereignis" im Fernsehen und entdeckt erstaunliche Parallelen zum Wrestling-Zirkus.

September 2001: Die erste Folge nach den Anschlägen vom 11. September. Der bislang relativ unbekannte Komiker Jon Stewart saß sichtlich gezeichnet durch die vergangenen Tage in seinem Stuhl, beugte sich vor und fragte sein Publikum: "Are you okay?" Es folgte ein knapp neunminütiger, oft von Tränen unterbrochener Monolog, in welchem der Comedian aus seiner Rolle tritt und voll rauer Emotion den gemeinsam erlebten Horror in Worte fasst.

Jon Stewart setzt "Crossfire" ab

Oktober 2004: Einer der besten Momente Jon Stewarts fand gar nicht in der "Daily Show" statt, sondern auf der Werbetournee für Stewarts Buch "America (The Book)". Der inzwischen landesweit gefeierte Komiker ist in die CNN-Sendung "Crossfire" eingeladen. Er nutzt seinen Auftritt für eine Generalabrechnung mit den beiden Moderatoren Tucker Carlson und Paul Begala, denen er vorwirft, "Theater" zu veranstalten anstatt Journalismus. Wenig später wird die Talkshow eingestellt.

März 2009: Während der Weltfinanzkrise ereignet sich eine Sternstunde der Ära Stewart: Die Konfrontation des Börsenexperten Jim Cramer mit seinen eigenen, absurden und auf durchsichtige Weise opportunistischen Anlagetipps. Stewart grillt Cramer und dessen Sender CNBC für die von ihnen propagierte Gier. Fünf Jahre später wird Stewart sein aggressives Vorgehen bereuen und in der "Howard Stern Show" sagen: "Du beginnst zu glauben, du müsstest diesen Kerl drankriegen - auch wenn das totaler Blödsinn ist."

Oktober 2010: Mehr als 250.000 Menschen folgen dem Ruf von Jon Stewart und seinem Kollegen Stephen Colbert zur "Rally to Restore Sanity and/or Fear" in Washington D.C. Die Veranstaltung ist eine Persiflage auf die Massendemo "Restoring Honor in America", mit der TV-Fundamentalist Glenn Beck am gleichen Ort wenige Monate zuvor das moderate Amerika verstört hatte. Kommentatoren stellen hinterher lakonisch fest: Es ist tragisch, dass unsere Politiker zu Komikern werden und wir unsere Komiker ernst nehmen müssen.

Jon Stewart vs. Bill O'Reilly

Oktober 2014: Man muss sich die Beziehung zwischen der "Daily Show" und dem Kabelsender Fox News als Hassliebe vorstellen. Ohne Fox hätten Jon Stewart und sein Team wahrscheinlich nur halb so viel Material für ihre Sendung. Exemplarisch ist dieser Schlagabtausch zwischen Stewart und dem rechten Einpeitscher Bill O'Reilly.

Juni 2015: Stewart, bekannt für seinen Sarkasmus, vergeht das Lachen nach dem Attentat in Charleston: "Ich habe nichts für Sie, nur Traurigkeit." Statt seines witzigen Eröffnungsmonlogs hält er eine bewegende Rede über Rassismus in den USA. Vor allem den Umgang mit dem rassistisch motivierten Attentat mit neun Toten kritisiert der sichtlich verbitterte Talkmaster: "Das war keine Tragödie. Es war kein Tornado. Es war ein Rassist."

ppl / aym

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spiegeleye22 06.08.2015
1. Wow
Ist es immer der gleiche Mann auf den Videos? Auf dem ersten Video vom 1999 sieht er wie ein 20-jähriger, 15 Jahre später wie ein 70-jähriger.
niamh 06.08.2015
2.
Er wird sehr vermisst. Sehr wichtig ist es, die Pomposen, die Unehrlichen, die Arroganten dieser Welt aufzuzeigen . Jon Stewart hat das auf sehr lustiger Weise gemacht. Die Gesellschaft - und nicht nur die amerikanische - braucht solche ehrenwerte Sarkastiker.
Jott 06.08.2015
3. Ein ganz Großer...
Vielleicht kann sein Nachfolger bei der "Daily Show", Trevor Noah irgendwann mal die Lücke, die Jon Stewart hinterlässt, füllen. Aber erstmal muss uns John Oliver alleine die Amis erklären...
dent42 06.08.2015
4.
Da geht ein ganz grosser, der es verdient in einem Atemzug mit Leuten David Letterman und Johny Carson genannt zu werden.
Dr,Dre 06.08.2015
5. Komisch
Das Video mit Bill O'Reilly soll von April 2010 sein. Darin wird aber am Ende Papst Franziskus erwähnt, der ja bekanntlich später gewählt wurde. Erleuchtung?!
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