US-Talker Jon Stewart über Charleston "Ich habe nichts für Sie, nur Traurigkeit"

US-Talker Jon Stewart, bekannt für seinen Sarkasmus, verging das Lachen nach dem Attentat in Charleston: In seiner "Daily Show" hielt er statt eines witzigen Eröffnungsmonlogs eine bewegende Rede über Rassismus in den USA.

Jon Stewart: "Einmal mehr starren wir in diesen Abgrund der Gewalt"
AP

Jon Stewart: "Einmal mehr starren wir in diesen Abgrund der Gewalt"


Zu Beginn lachte das Publikum noch - dann wurde es ganz still im Studio: Normalerweise ist der Eröffnungsmonolog von Late-Night-Talker Jon Stewart in der "Daily Show" von sarkastischen Kommentaren geprägt. Dieses Mal entschuldigte sich Stewart bei seinem Publikum. Er könne seinen Job nicht machen - angesichts des Massakers in Charleston seien ihm einfach keine Witze zur politischen Lage eingefallen: "Ich habe nichts für Sie, nur Traurigkeit."

Die Zeit nutzte Stewart stattdessen für eine berührende Rede zu Rassismus in den USA - der Moderator trug sie nüchtern vor, doch sah man ihm durchaus Bitterkeit an: "Einmal mehr starren wir in diesen Abgrund der Gewalt, die wir uns antun, und betrachten diese klaffende Wunde des Rassismus, die einfach nicht heilen will - und dennoch tun wir so, als existiere sie nicht."

Stewart kritisierte den Umgang mit dem rassistisch motivierten Attentat: "Das war keine Tragödie. Es war kein Tornado. Es war ein Rassist." Und weiter: "Wir machen einen Unterschied, wenn wir denken, dass Menschen aus anderen Ländern uns töten werden und dann, wenn wir uns selbst töten." Al-Qaida und IS seien nichts verglichen mit der Zerstörung, "die wir uns selbst regelmäßig zufügen".

Bei dem rassistischen Terroranschlag auf die Emanuel AME Church in Charleston, South Carolina, kamen neun Schwarze um, der mutmaßliche Täter war ein Weißer. Seitdem ist in den USA die Debatte um Rassismus wieder neu entbrannt.

Im Video: Festnahme nach Attentat von Charleston

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insgesamt 175 Beiträge
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ofelas 19.06.2015
1. rassismus
also hat dieser "Irre" im Namen der Weissen Rasse gehandelt muessen jetzt nicht alle Weissen offiziel sich von der Tat distanzieren damit sie nicht als Schlaefer gelten............wir verlangen sowas auch von anderen
Angelheart 19.06.2015
2. Vielleicht wäre...
...auch angemessen und erforderlich, wenn ein solcher Meinungsmacher sehr deutlich zum amerikanischen Waffenwahn Stellung bezöge! Dass es solchen durchgeknallten Rassisten zumindest erschwert würde, ihre Taten zu begehen, könnten sie nicht an jeder Straßenecke LEGAL Waffen erwerben!
UncleRuckus 19.06.2015
3. Der Mann ist nur noch ein Schatten
Unfassbar wie schwach er geworden ist, oder war er schon immer so? Über Kriege und sonstwas wurden Witze gemacht, ich glaube nur beim 11. September hat er angefangen zu heulen, aber jetzt kommt so etwas? Der Mann ist schlichtweg ein totaler Versager des Mainstreams. Tote sind Tote. Was soll das also? Das ganze in einem größeren Zusammenhang darzustellen ist einfach unehrlich und lächerlich. Wie gesagt, er ist nur noch ein Schatten seiner selbst.
lilioceris 19.06.2015
4. Bezeichnend!
Zum eigentlichen Hauptbericht gibt es kein Forum.
raro 19.06.2015
5. ehrlich
gesagt bitte dran bleiben, und nicht wieder über den Konsum verdrängen, zum Wohle aller.
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