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Julia von Heinz Queere Muse

aus DER SPIEGEL 2/2022
Foto: Sabine Gudath / IMAGO

Gerade gibt es in den deutschen Feuilletons viel zu lesen über die preisgekrönte Drehbuch­autorin und Regisseurin Julia von Heinz, 45 (»Und morgen die ganze Welt«), und ihre neue ARD-Miniserie »Eldorado KaDeWe«  – eine Familien- und Liebesgeschichte, die im Umfeld des berühmten Berliner Luxuskaufhauses spielt.

Manche finden die Serie sehr gut, andere mögen sie überhaupt nicht. Über einige Stilelemente lässt sich sicherlich streiten (zum Beispiel darüber, dass die Pro­tagonisten der Serie, die im Berlin der Weimarer Republik spielt, mit der heutigen U-Bahn fahren) – über eine Sache jedoch nicht: Die lesbischen Sexszenen der Serie sind einfach fantastisch. Und das liegt interessanterweise an einer sehr ungewöhnlichen Muse der Regisseurin Julia von Heinz: ihrer 17-jährigen, queeren Tochter.

Es sei ihr nämlich wichtig gewesen, sagt Heinz in Interviews, dass sie auch eine Serie für ihre Tochter produzieren wolle. Mit vielem, was diese sonst im deutschen Fernsehen finde, könne sie sich nämlich nicht identifizieren. Zum »Stern« sagte Heinz: »Ich wollte meiner Tochter jetzt mal zeigen, dass man auch im öffent­lich-rechtlichen Weihnachtsfernsehen zeigen kann, dass es kein ›normal‹ und kein ›anders‹ mehr gibt, sondern dass alles normal ist.«

NGA
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