"Bild"-TV-Pläne Julian Reichelt will ARD und ZDF angreifen

Axel Springer plant, sein Boulevardblatt "Bild" zur TV-Marke auszubauen. Dem SPIEGEL gegenüber macht Chefredakteur Julian Reichelt schon mal eine Kampfansage in Richtung der Öffentlich-Rechtlichen.
Julian Reichelt (Archiv): "Nicht so steril und weichgespült wie die Öffentlich-Rechtlichen"

Julian Reichelt (Archiv): "Nicht so steril und weichgespült wie die Öffentlich-Rechtlichen"

Foto: Britta Pedersen/ picture alliance / Britta Peders

"Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt, 39, plant das künftige Fernsehprogramm des Boulevardblatts als Gegenentwurf zu ARD und ZDF. "Wir wollen das Land, die Welt, die Politik und den Alltag der Menschen so zeigen, wie es die Leute erleben, und nicht so steril und weichgespült wie teilweise bei den Öffentlich-Rechtlichen", sagte Reichelt dem SPIEGEL.

"Ich glaube, dass es den Leuten massiv auf die Nerven geht, wenn sie dauernd erfahren, warum über manche Dinge nicht berichtet wird, statt zu sehen, was eigentlich passiert ist", sagte Reichelt und nannte als Beispiel die Schwertattacke von Stuttgart. Ein Migrant, der mutmaßlich mit gefälschten Papieren eingereist war, hatte seinen Mitbewohner auf der Straße erstochen. "Nachdem darüber in den überregionalen Nachrichten tagelang nicht berichtet wurde, ist auch bei den Öffentlich-Rechtlichen angekommen, dass darin politische Relevanz steckt", so Reichelt.

Anfang der Woche hatte der Verlag Axel Springer ankündigt, "Bild" zur TV-Marke auszubauen. Zur Umsetzung sagt Reichelt: "Wenn nötig, schicken wir zehn Leute los, die innerhalb von 24 Stunden vor Ort und sendefähig sind. Die brauchen nicht erst Satellitenschüsseln, Übertragungswagen, Maske und ewige Planungskonferenzen."

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