SWR-Intendant Kai Gniffke wird neuer ARD-Vorsitzender

Weil RBB-Chefin Patricia Schlesinger sich zurückgezogen hatte, übernahm ihr Vorgänger Tom Buhrow das Amt des ARD-Vorsitzenden. Nun steht fest: Von 2023 an wird SWR-Intendant Kai Gniffke den Senderverbund führen.
Spricht von 2023 an für die ARD: Kai Gniffke

Spricht von 2023 an für die ARD: Kai Gniffke

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Patricia Neligan / SWR

Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Kai Gniffke, übernimmt 2023 den ARD-Vorsitz. Das beschlossen die ARD-Intendanten und -Gremienvorsitzenden am Mittwoch nach ARD-Angaben in Bremen. Nach dem Rücktritt der fristlos entlassenen RBB-Intendantin Patricia Schlesinger vom ARD-Vorsitz beginnt Gniffke damit ein Jahr früher als geplant.

Vorübergehend hatte nach Schlesingers Rückzug deren Amtsvorgänger Tom Buhrow vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) wieder den Vorsitz übernommen. Er verkündete in dieser Rolle eine bisher beispiellose Distanzierung der ARD-Granden von ihren Führungskolleginnen und -kollegen beim RBB. Zuletzt wurde die bisherige WDR-Verwaltungsdirektorin Katrin Vernau zur Interims-Intendantin der Berlin-Brandenburger Anstalt gewählt.

Buhrow gratulierte Kai Gniffke und bedankte sich bei ihm, dass er sich bereiterklärt hat, das Amt des ARD-Vorsitzenden vorzeitig anzutreten. »Es sind herausfordernde Zeiten für die ARD, die wir nur gemeinsam angehen können«, sagte Buhrow. Die Menschen im Land erwarteten vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk, »dass wir Konsequenzen aus Fehlern ziehen, transparent handeln, uns weiterentwickeln und ein zeitgemäßes, innovatives Programm für die ganze Gesellschaft anbieten.«

Kai Gniffke, 1960 in Frankfurt am Main geboren, leitet seit 2019 die Zweiländeranstalt SWR. Vor seinem Wechsel nach Stuttgart war Gniffke viele Jahre lang in Hamburg als Erster Chefredakteur von ARD-Aktuell für »Tagesschau« und »Tagesthemen« verantwortlich.

Gniffke betonte, die ARD gehöre allen Menschen in Deutschland, denn sie werde von der ganzen Gesellschaft getragen. Das sei ein großes Privileg. »Wir werden noch deutlicher herausstellen, dass wir unabhängig und der journalistischen Qualität verpflichtet sind«, kündigte Gniffke an. Gemeinschaftliches Handeln in der ARD werde auch weiterhin entscheidend sein, um das bestmögliche Programm anzubieten. »Der Fokus muss dabei immer auf den Bedürfnissen des Publikums liegen«, so Gniffke.

feb/dpa
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