Katastrophale Quote Gottschalk schlittert unter die Millionen-Marke

Thomas Gottschalk taumelt noch tiefer in den Quotenkeller. Erstmals wollten weniger als eine Million Zuschauer seine ARD-Vorabendsendung sehen. Besonders bitter für das Erste: Auch "Unser Star für Baku" erlebte ein Desaster. Die Verantwortlichen flüchten in Zweckoptimismus.

ARD

Hamburg/Berlin - Bei den Verantwortlichen der ARD dürfte es am Freitagmorgen lange Gesichter gegeben haben: Die beiden wichtigsten Prestige-Produktionen im Unterhaltungsbereich bescherten dem Sender am Donnerstagabend wahrlich schauerliche Einschaltquoten.

Besonders düster sieht es für Thomas Gottschalk aus. Der im großen Stil beworbene Entertainer erreichte bei der jüngsten Ausgabe von "Gottschalk Live", wo er das auch nicht mehr ganz taufrische Top-Model Eva Padberg begrüßte, gerade mal 930.000 Zuschauer, das entspricht einem Marktanteil von 3,4 Prozent. So dürfte sich der in ARD-Kreisen gelegentlich auch "Todeszone" genannte Vorabend für den ehemaligen Großunterhalter tatsächliche zum persönlichen Desaster entwickeln. Zumal Gottschalk selbst mehrfach betont hatte, sich von den schlechten Quoten nicht entmutigen zu lassen. Die Frage ist jetzt: Wie lange hält er das Drama noch durch?

Besonders bitter ist, dass Gottschalk in der werberelevanten Zuschauergruppe der 14- bis 49-Jährigen gerade mal auf 220.000 Zuschauer (Marktanteil: 2,2 Prozent) kam. So lassen sich kaum die Werbeeinnahen generieren, die sich die Verantwortlichen durch den teuren Einkauf von Gottschalk versprochen haben dürften. Man glaubt fast schon die Todesglocken in der Todeszone läuten zu hören.

Die Talfahrt geht weiter

Auch ist es bereits die dritte Woche des Schreckens für die Show von 19.20 bis 19.50 Uhr. Gottschalks Marktanteil lag schon am Montag bei 6,6 Prozent, am Dienstag nur noch bei 4,3 Prozent und am Mittwoch bei 4,8. Gestartet war "Gottschalk Live" am 23. Januar mit 4,34 Millionen Zuschauern und 14 Prozent Marktanteil.

Ganz so schlimm ist es für die erste ARD-Ausgabe der gemeinsam mit ProSieben angeschobenen Casting-Show "Unser Star für Baku" noch nicht. Die Quoten des Formats, in dem der deutsche Beitrag für den Eurovision Song Contest 2012 gesucht wird, dürften die Verantwortlichen trotzdem enttäuschen. Nachdem die Show schon bei den ersten ProSieben-Ausstrahlungen nur sehr wenige Zuschauer interessierte, bescherte sie nun auch dem Ersten Quoten unter dem Senderschnitt: Nur 1,99 Millionen Zuschauer sahen zu, wie fünf junge Leute ums Ticket nach Baku sangen, das entspricht einem Marktanteil von lediglich 6,3 Prozent.

Thomas Schreiber, als ARD-Unterhaltungskoordinator für das Format verantwortlich, lässt sich von der schlechten Resonanz nicht beeindrucken: "Auch wenn die Zuschauerzahlen von Donnerstagabend keinen Anlass zu Freudensprüngen geben", erklärte er am Freitagmorgen, "gilt die alte Sportlerweisheit: Bilanz gezogen wird am Schluss."

Redet sich da jemand die Katastrophe schön - oder hat da jemand einfach die nötige Ruhe und Weitsicht? Wahrscheinlich erinnert sich der ARD-Mann Schreiber einfach an die letzte Eurovision-Ausgabe. Da floppte im Vorfeld jede einzelne Sendung, das Finale in Düsseldorf fuhr dann sensationelle Quoten ein. Ein zweites Wunder von Düsseldorf, das bräuchte das Erste jetzt ganz dringend.

cbu/dapd



insgesamt 73 Beiträge
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Seite 1
michaelslo 10.02.2012
1. Katastrophale Quote
Zitat von sysopARDThomas Gottschalk taumelt noch tiefer in den Quotenkeller. Erstmals wollten weniger als eine Million Zuschauer seine ARD-Vorabendsendung sehen. Besonders bitter für das Erste: Auch "Unser Star für Baku" erlebte ein Desaster. Die Verantwortlichen flüchten in Zweckoptimismus. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,814451,00.html
für ein katastrophales Format. Für G. ist es doch ein totales Fiasko, sich mit solchen Mist zu befassen. Dabei zuschauen zu müssen, ist pure Zeitverschwendung. Wer hat sich das nur ausgedacht? Merkt er es denn nicht selbst, wie mies das alles ist?
spon-1311436928183 10.02.2012
2. Medienfuchs?
Zitat von sysopARDThomas Gottschalk taumelt noch tiefer in den Quotenkeller. Erstmals wollten weniger als eine Million Zuschauer seine ARD-Vorabendsendung sehen. Besonders bitter für das Erste: Auch "Unser Star für Baku" erlebte ein Desaster. Die Verantwortlichen flüchten in Zweckoptimismus. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,814451,00.html
Der "Tomi" hat ein sonniges Gemüt. Ich dachte: Ich komme, lasse mich sehen und siege. Das hat nicht geklappt, das gab es mal bei den alten Römern.
ekenkis 10.02.2012
3. Unser Jugendlicher vom Dienst...
Zitat von sysopARDThomas Gottschalk taumelt noch tiefer in den Quotenkeller. Erstmals wollten weniger als eine Million Zuschauer seine ARD-Vorabendsendung sehen. Besonders bitter für das Erste: Auch "Unser Star für Baku" erlebte ein Desaster. Die Verantwortlichen flüchten in Zweckoptimismus. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,814451,00.html
...ich habe ihn ein paarmal einige Minuten vor etwa zehn Jahren eingeschaltet, aber danach nie mehr. Ich kann einfach sein albernes und inhaltloses Getue nicht ausstehen. Von mir aus kann dieser Berufsjugendliche in der "Todeszone" verschwinden.
kobmicha 10.02.2012
4. Unfähige "Macher"
Zitat von sysopARDThomas Gottschalk taumelt noch tiefer in den Quotenkeller. Erstmals wollten weniger als eine Million Zuschauer seine ARD-Vorabendsendung sehen. Besonders bitter für das Erste: Auch "Unser Star für Baku" erlebte ein Desaster. Die Verantwortlichen flüchten in Zweckoptimismus. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,814451,00.html
Egal wie schlecht man bei der Managment Spize des Fernsehens wirtschaftet und agiert,das üppige Einkommen von Piel & Co ist durch unsere Zwangsgebühren gesichert.In Afrika ist es besser,das kassiert ein Diktator,
sample-d 10.02.2012
5. ||||||
Zitat von sysopARDThomas Gottschalk taumelt noch tiefer in den Quotenkeller. Erstmals wollten weniger als eine Million Zuschauer seine ARD-Vorabendsendung sehen. Besonders bitter für das Erste: Auch "Unser Star für Baku" erlebte ein Desaster. Die Verantwortlichen flüchten in Zweckoptimismus. http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,814451,00.html
Dass "unser Star für Bako" floppt wundert mich nicht. Diese irrsinnige Abstimmungstelefoniererei liefert zwar vermutlich irrsinnige Einnahmen, aber keine objektiven Resultate - genauso könnte man würfeln...
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