Comedy mit Klaas Heufer-Umlauf Große Welle in der Kleinstadt

In "Check Check", der ersten eigenen Serie der Streamingplattform Joyn, spielt Klaas Heufer-Umlauf einen Flughafen-Sicherheitsmenschen wider Willen. Und springt dabei zwischen Klamauk und fast echtem Leben hin und her.
Klaas Heufer-Umlauf spielt in "Check Ceck" seine erste Serienhauptrolle

Klaas Heufer-Umlauf spielt in "Check Ceck" seine erste Serienhauptrolle

Foto: Stepahnie Kulbach/ Joyn/ ProSieben

Irgendwann geht es zurück. Zurück ins Funkloch, zum alten Klassenkameraden Strulli, zurück ins leberwurstgraue oder mortadellarosa Elternhaus - immer Aufschnittfarben, nur die Wurstsorten sind verschieden.

"Check Check", eine neue Serie mit Klaas Heufer-Umlauf, die seit dem 21. Oktober auf der neuen Streamingplattform Joyn verfügbar ist, startet mit einem derzeit bei Empfindsamkeitsromanciers beliebten Setting: Ein gar nicht mehr wirklich so junger Mensch muss sich aus den unbegrenzten Stromerspielplätzen der großen Stadt zurück in die engen Verhältnisse seines provinzigen Heimatortes zwängen und probieren, ob sie elastisch genug sind, dass sie ihm wieder passen. Weil zum Beispiel, wie beim von Heufer-Umlauf gespielten Jan Rothe, der Vater immer öfter kleine Aussetzer hat und da sonst niemand mehr ist, der nach ihm sehen könnte.

Die Ausgangslage stammt also aus dem Katalog der klassischen komödiantischen Konflikte: Der Fancyfisch wird zurück in den müffelnden Dorfteich geworfen, wo er mit allerhand trotzigem Gestrampel erst mal eine große Welle macht.

Denn statt nun, wie schlecht geplant, in Berlin Burger aus Algen zu verkaufen ("Algen sind das grüne Gold!"), muss Jan Rothe als Securitymitarbeiter am Provinz-Flughafen seines Heimatortes anheuern, um seinen Vater im Blick behalten zu können. Weil er eben dann doch Skrupel vor der bequem gedachten Lösung hatte, ihn einfach ins Pflegeheim abzuschieben.

Jan Rothe (Klass Heuer-Umlauf, 3.v.r.) mit Kollegen, darunter der miesmutige Harald (Jan Georg Schütte, 1.v.l.) und Chefin Sabine (Doris Golpashin)

Jan Rothe (Klass Heuer-Umlauf, 3.v.r.) mit Kollegen, darunter der miesmutige Harald (Jan Georg Schütte, 1.v.l.) und Chefin Sabine (Doris Golpashin)

Foto: Stepahnie Kulbach/ Joyn/ ProSieben

"Ich mach' jetzt aber nicht den Abtaster", sträubt er sich noch kurz, dann ist er schon mittendrin in einem manchmal zu ausgestanzt wirkenden Serienfigurendestillat: Seine neue Chefin Sabine (Doris Golpashin, Heuer-Umlaufs Partnerin im echten Leben) ist natürlich eine alte Verflossene, die ihn am Anfang gar nicht leiden mag (wo mag das in den nächsten Folgen noch hinführen?). Durch die korrektheitssteife Spießerrüstung seines unerfreulichen Kollegen Harald (Jan Georg Schütte) schimmert schon in Folge zwei dessen heimliches Herz aus Gold. Eine Dralline, die Jan süß findet, nestelt gleich mal an seiner Krawatte und am Hosenbund, während er ein wichtiges Telefonat führt.

Viel interessanter als diese sehr grobstrichig skizzierte Truppe ist die zweite Handlungsebene, mit der Headwriter Ralf Husmann ("Stromberg") die mitunter recht klamottigen bis hochalbernen Scharaden an der Sicherheitskontrolle (mit versehentlich getaserten Kollegen, einem Frettchen namens Gonzo und "Allah"-"Alter"-Verhörern) gegenschneidet: die zunehmend verwirrendere Welt von Jans Vater Udo (Uwe Preuss).

Für jeden ins Leere gehechteten Klamauksprung von Klemmkollege Harald gibt es nämlich auch eine gänzlich verwitzelungsfreie Tragikminiatur mit Udo, etwa wenn er verloren mit einem kaputten Kassettenrekorder auf dem Parkplatz steht, wo früher doch mal der Elektroteile-Höker war.

"Alles verschwindet, so wie ich", sagt er, und komischerweise funktioniert dieser Stimmungsclash erstaunlich gut. Als bräuchten die "Check Check"-Figuren die quatschige Ebene, um die ernsten Erzählteile besser aushalten zu können - fast so wie im Leben.


"Check Check", auf Joyn

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.