Klaas Heufer-Umlauf zu Fälschungsvorwürfen Die Dunstabzugshaube des Lebens

In seinem Podcast äußert sich Klaas Heufer-Umlauf erstmals zu den Fälschungsvorwürfen gegen "Duell um die Welt" und "Late Night Berlin" - und hält sie für heiße Luft.
Moderator Klaas Heufer-Umlauf: "Wenn du oben fertig bist, kannst du unten wieder anfangen"

Moderator Klaas Heufer-Umlauf: "Wenn du oben fertig bist, kannst du unten wieder anfangen"

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Isa Foltin/ GQ Germany/ Getty Images

Ausgerechnet Joko und Klaas! In Kritikerkreisen haben die durch das NDR-Format "STRG_F" erhobenen Fälschungsvorwürfe gegen die beiden einigermaßen eingeschlagen. Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf gelten ja als "die Guten", was nicht nur ihre Unterhaltung, sondern auch ihre Haltung betrifft. Und nun stellt sich heraus, dass Mutproben und Streiche für "Duell um die Welt" und "Late Night Berlin" gefälscht waren?

Die Meinungen dazu tun, was Meinungen gern tun – sie gehen auseinander. Manche reagieren bestürzt auf den Authentizitäts- und damit verbundenen moralischen Autoritätsverlust der beiden Entertainer. Andere zucken mit den Schultern: "Echt? Im Spaßfernsehen ist nicht alles echt?" Nur leicht zerknirscht äußerte sich ProSieben, und seitens der Produktionsfirma (Florida TV) wurde bemängelt, der NDR würde journalistische Standards an Unterhaltungsproduzenten anlegen. Winterscheidt und Heufer-Umlauf hätten sich längst selbst erklären können. Sie hüllten sich bislang - bis auf wenige mehrdeutige Ironie-Tweets - weitgehend in Schweigen.

Kein Problem, nur heiße Luft

In der aktuellen Ausgabe seines Podcasts "Baywatch Berlin" nun hat sich Klaas Heufer-Umlauf nicht enthalten können, auf die Affäre anzuspielen. Er findet es offenbar halb so wild. Kein Problem, nur heiße Luft. Im lockeren Geplauder mit den zwei Kollegen Jakob Lundt und Thomas Schmitt erklärt er ganz am Ende: "Uns brennt hier das Essen an. Wir ziehen jetzt mal hier die Dunstabzugshaube des Lebens auf und hoffen, dass sich der ganze Dampf der letzten Tage da reinzieht."

Offenbar beschäftigt ihn die Angelegenheit. Titel der Sendung ist "Freche Wichser im Auge des Shitstorms". Eine Stelle nutzt Heufer-Umlauf, um ohne Not einen direkten Bezug herzustellen. Sein Gesprächspartner erzählt, bei seinen Eltern läge "Die große Verarsche" herum, ein medienkritisches Buch von Hannes Jaennicke von 2013. Heufer-Umlauf: "Aufgrund aktueller Entwicklungen wollen sie vielleicht einfach das Kind besser verstehen."

Er schließt eine philosophische Betrachtung an, die auch einen leisen Tadel gegenüber den Rechercheuren von "STRG_F" beinhaltet: "Bei den Medien ist es im Prinzip (…) wie bei einem rasierten Schimpansen. Wenn du oben fertig bist, kannst du unten wieder anfangen. Das ist so 'ne Lebensaufgabe, da weiß man gar nicht, wo man aufhören muss. Das ist wie beim Renovieren des Kölner Doms." Joko und Klaas stehen demnach also bereits unter Denkmalschutz. Wer will, der darf sich an der Fassade abarbeiten – sollte aber wissen, wann "man aufhören muss". Nämlich dann, wenn man die große Verschaukelung für bare Münze zu nehmen beginnt.

Einerseits sind diese sparsamen Einlassungen durchaus ein verdruckstes Geständnis. Andererseits wird hier die Verteidigungslinie gegenüber gekränkten Kritikern deutlich: "Hey Leute, gibt es nichts Wichtigeres? Ist doch nur Fernsehen!" Und das sei, wie Heufer-Umlauf am Ende launig erklärt, ohnehin "ein Fest der Doppeldeutigkeit".