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Nachruf Klara Höfels, 73

aus DER SPIEGEL 21/2022
Foto: Gerlind Klemens

Für das deutsche Fernsehpublikum war sie eine feste Größe: In den »Soko«-Reihen oder in »Hinter Gittern – Der Frauenknast« war sie zu sehen, auch andere Serien bereicherte sie mit ihrem Spiel. Klara Höfels, 1949 im nordrhein-westfälischen Grevenbroich geboren, war eine äußerst professionelle Schauspielerin, die mit unaufgeregter Natürlichkeit glänzte. Ihre Kunst hatte sie in Essen an der renommierten Folkwang-Hochschule gelernt. Nach ihrem Abschluss 1972 folgten Stationen in der ganzen Republik, in Celle, Kiel, Frankfurt, München, unter Regisseuren wie Wilfried Minks oder Hans Neuenfels. Sie baute ihr Repertoire aus und entschied sich für die Freiberuflichkeit, ein risikoreiches Unterfangen in ihrem Metier. Höfels betrieb auch eigene Filmprojekte, Dokumentationen, die sie fast als One-Woman-Show umsetzte. Neben ihren Gastrollen in TV-Serien hatte sie auch Auftritte in Spielfilmen wie »Totengebet« (2019) oder »Abgeschnitten« (2018). Ihre Herzensangelegenheit verfolgte Höfels lange und mit Verve, sie gründete das Berliner Autorentheater und agierte als leidenschaftliche Vermittlerin zwischen Text, Regie, Schauspiel und Publikum. Die wichtigste Figur in diesem Spiel war für sie der Autor, weil sie wusste: »Ohne ein gutes Stück können Regie und Schauspieler nichts machen.« Klara Höfels starb am 15. Mai in Berlin nach kurzer schwerer Krankheit.

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