Offener Brief an ARD-Vorsitzenden Buhrow Prominente fordern tägliche Klimasendung zur Primetime

Verständliche Klimaberichterstattung zur besten Sendezeit: Dafür kämpft die Initiative »Klima vor acht«. Nach einer Absage der ARD meldet sich die Gruppe nun mit einer entlarvenden Programmauswertung zurück.
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PAWEL KOPCZYNSKI/ REUTERS

»Klima vor acht« statt »Börse vor acht« kurz vor der »Tagesschau«? So könnte aussehen, was die Initiative »Klima vor acht« verlangt: »Wir fordern Sie auf, eine wissenschaftlich fundierte und verständliche Klimaberichterstattung anzubieten, täglich und zur besten Sendezeit«, heißt es in einem offenen Brief  an den ARD-Vorsitzenden Tom Buhrow. Unter den derzeit knapp 2500 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern finden sich zahlreiche Prominente aus Wissenschaft, Kultur und Medien.

»Während wir die Auswirkungen der Erderhitzung immer deutlicher auch in Deutschland spüren, finden Berichterstattung, Einordnung und Aufklärung zu diesem Thema in den Fernsehprogrammen nur unzureichend statt«, heißt es in dem Brief weiter. Zwar gebe es gute Beiträge zum Thema Klimawandel, etwa im Rahmen der ARD-Themenwoche, doch »zu oft« werde das Thema auf Sendeplätzen am späten Abend verhandelt. Ein Format wie »Klima vor acht« könne indes »umfassend über eine existenzielle Krise aufzuklären, die alle Menschen betrifft«.

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Die Forderung der Gruppe ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr hatte sie eine Petition  und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um Mittel für ein Kurzformat über die Klimakrise zu sammeln, wie es sich die Initiative vorstellt.

Christoph Schmidt, geschäftsführender Redakteur für das ARD-Vorabendprogramm, sagte damals dem Deutschlandfunk , er verstehe den Ansatz der Kolleginnen und Kollegen nicht so ganz, »weil wir schon sehr, sehr viel Klimaberichterstattung in unserer Viertelstunde vor acht haben«. Neben »Börse vor acht« laufen »Wissen vor acht« und »Wetter vor acht« vor den Hauptnachrichten um 19.45 Uhr.

10 aus 227

Nun zeigt die Initiative auf, dass die ARD mit ihrer Einschätzung offenbar recht falsch liegt. Demnach hätten im Jahre 2020 128 Sendungen den Begriff »Klima« in Titel oder Beschreibung aufgewiesen, dem Thema Wirtschaft widmeten sich demnach 365 Sendungen – plus 253 Folgen »Börse vor acht«. »Diese Gewichtung ist nicht angemessen angesichts einer existenziellen Krise, die sich beschleunigt und intensiviert«, heißt es.

Der Branchendienst Übermedien.de berichtet  zudem, dass die Auswertung für das Format »Wissen vor acht« ergeben habe: Lediglich zehn der 227 Sendungen aus dem Jahr 2020 beschäftigten sich mit Klimathemen, vier bei »Wissen vor acht – Zukunft«, sechs bei »Wissen vor acht – Natur«.

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Durch eine unzureichende Berichterstattung könne der Eindruck entstehen, die Klimakrise sei gar nicht so dramatisch oder bereits ausreichend unter Kontrolle, heißt es in dem Brief weiter, der mit der Aufforderung schließt, ein Format wie »Klima vor acht« entwickeln und umsetzen zu lassen, um dem entgegenzuwirken.

sak
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