RTL-Verzweiflungsoffensive "Topmodel"-Auflauf beim "Supertalent"

Erneuerung sieht anders aus: "Das Supertalent" geht jetzt mit vier Juroren an den Start. Neben Bruce Darnell wird Lena Gercke über die Kandidaten richten - damit besteht die Hälfte der Jury aus "Topmodel"-Gesichtern. An eigene Ideen scheint RTL nicht mehr zu glauben.

RTL/ Stefan Gregorowius

Hamburg/Köln - Erst enttäuschten die Quoten von den "Pool Champions", dann kam der Totalflop "Mama Mia - Wer heiratet meinen Sohn?", schließlich startete die Reality-Soap "Wild Girls - Auf High Heels durch Afrika", die viel kritisiert wurde, aber kein Publikum erreichte. RTL hat offensichtlich ein Problem: Die Kuppel-, Casting- und Klatschformate, die den Kölner Sender zeitweise zum Markführer gemacht haben, scheiterten in den letzten Wochen.

Auf einer großen Pressekonferenz vor zwei Wochen räumte man denn auch offenherzig Quotendefizite ein.Wie verzweifelt man bei RTL ist, zeigt auch die jetzt bekanntgegebene Besetzung von Dieter Bohlens Show "Das Supertalent", die im September zum siebten Mal an den Start geht. Auch die lief in der letzten Staffel eher enttäuschend - trotz des Zukaufs des durch die Sender vagabundierenden Thomas Gottschalk waren die Quoten zum Großteil hinter dem Vorjahr zurückgeblieben.

Weil ihnen inzwischen auch nicht mehr einfällt, wie man die Sendung wirklich umbauen könnte, engagieren die RTL-Verantwortlichen jetzt einfach eine vierte Jurorin: In der siebten Staffel wird Lena Gercke, "Topmodel"-Gewinnerin von 2006, über die Kandidaten richten.

Was zu dem sonderbaren Zustand führt, dass nun gleich die Hälfte der aufgestockten Jury der Casting-Konkurrenz von ProSieben stammt: Denn dort wirkte Bruce Darnell, dieses Jahr ebenfalls beim "Supertalent" in Richterfunktion, eine Zeitlang als Laufstegeinpeitscher."Topmodel"-Auflauf beim "Supertalent": Wie eine Erneuerungskampagne wirkt das nicht.

Und ob der Modedesigner Guido Maria Kretschmer, der durch das Trash-Einkaufsformat "Shopping Queen" bei Vox bekannt geworden ist und seitdem flächendeckend im Privatfernsehen "Styling"-Kommentare absondert, ein großes Publikum ziehen kann, ist auch eher fraglich. Durch die Show führt RTL-Allesmoderierer Daniel Hartwich - auch nicht gerade eine exklusive Wahl.

cbu

insgesamt 35 Beiträge
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Seite 1
axel h. 24.07.2013
1. Was heißt Verzweiflungsoffensive?
Soweit ich weiß ist RTL Marktführer, macht also grundsätzlich mal ne Menge richtig. Weil es im Land der Dichter und Denker a.D. scheinbar ein kollektives Grundbedürfnis gibt, sich den größtmöglichen Dreck reinzuziehen.
orthos 24.07.2013
2. Unnütze Informartion
Unnützer Sender...
rude_boy 24.07.2013
3. Wer braucht denn schon RTL?
RTL kann seinen "Sender" einfach schließen. Die Fußballländerspiele gehen wieder ans Öffentlich-Rechtliche (da wo sie ohnehin hingehören!!!). Keine Castingshows mehr mit grenzdebilen Freaks, keine dämlichen Serien mehr, keine ZZZZZZZZZ-Prominenten beim Wasauchimmermachen beobachten und die Welt ist wieder schön.
Sherlock70 24.07.2013
4. Wozu diesen Casting Schrott Aufguss?
Wenn die keine eigene Ideen haben, dann sollen sie halt mehr US Serien bringen. Aber halt, die hat ja schon Pro7Sat1 alle aufgekauft und landet damit im Quoten-Zenith... Immerhin gibt es die richtige Sendergruppe bei Entertain in HD...
jauchner 24.07.2013
5. Armselig
Das sind alles Sender , Figuren und Themen für die so genannte Unterklasse, die mit belanglosem Dreck ruhig gestellt wird und sich ruhig stellen lässt.
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