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Talentshow "The Winner is...": Singen, zocken, siegen

Foto: obs/Sat.1

Sat.1-Show "The Winner is..." "Wenn Heidi Klum den sieht..."

Wie funktioniert die neue Sat.1-Show "The Winner is..."? Die wichtigsten Erkenntnisse nach der Premiere: Es geht um Geld. Mit den üblichen Kandidaten. Die das Übliche singen. Und den dümmsten Satz der Sendung sagte Moderatorin Linda de Mol.

Wie funktioniert "The Winner is..."? Die Kandidaten treten direkt gegeneinander an und singen ihren Krempel runter. Danach entscheidet ein Standgericht aus 101 anonymen Juroren, denen der Produzent Mousse T vorsitzt, wer das Duell gewonnen hat. Zuvor können die Kandidaten sich noch schnell überlegen, ob sie 5000 Euro nehmen und aussteigen - oder weiterzocken in der Hoffnung, in den nächsten fünf Runden noch mehr Geld abzustauben oder im Finale im Mai den Hauptgewinn einzufahren.

Hauptgewinn? Was für ein Hauptgewinn? Eine Million Euro. Die Sendung ist eine Mischung aus "Wer wird Millionär" - und allen anderen Castingshows, die es so gibt, all rolled into one.

Was ist anders als bei allen anderen Castingshows? Der kostbare Augenblick, eben noch hoffnungsvolle Menschen mit ihren Selbstzweifeln kämpfen und endlich brechen zu sehen, wenn sie das Geld nehmen, anstatt weiter zu hoffen.

Worum geht es? Um den innigen Wunsch der Interpreten, das Publikum mit ihrer Musik zu berühren. Kleiner Scherz. Es geht um "die Kohle" (Linda de Mol).

Wer singt denn da? Die Üblichen, aufgeteilt in verschiedene Kategorien wie "Gruppen", "Teenager", "Solokünstler männlich", "40 plus", "Kinder unter 14 Jahren" oder "abgehalfterte Sternchen", pardon: "Professionals".

Was singen die da? Das Übliche, also das Beste der Siebziger-, Achtziger-, Neunziger- und Nullerjahre, eingedampft auf knapp einminütige Schrumpfversionen. Muss ja schnell gehen.

Gibt es einen Experten? Das übernimmt der Produzent Mousse T. Der hatte mal einen Hit mit Tom Jones ("Sex Bomb") und bringt es fertig, im Sitzen kritisch mitzuschunkeln. Anschließend darf er ein freundlich-fachliches Urteil abgeben, ist aber nur primus inter pares.

Gibt es Schicksale? Und ob! Die 14-Jährige, die das Geld braucht, weil der Vater "Scheiße gebaut" und Steuern hinterzogen hat. Der 60-jährige Witwer, der einen Schlaganfall erlitten hat und hofft, dass es hinter dem Horizont weitergeht. Solche Sachen. Wenn es ein Schicksal gibt, wird das mitgenommen. Muss aber nicht sein.

Bester Satz? Linda de Mol vor der Verkündung eines Ergebnisses: "So, das ist jetzt ein sehr spannender Moment." Das hätte man nämlich um ein Haar wirklich nicht gemerkt, dass das jetzt ein spannender Moment war.

Dümmster Satz? Linda de Mol über einen recht attraktiven dunkelhäutigen Kanidaten: "Seal, eat your heart out. Wenn Heidi Klum den sieht, dann ruft die hier an!"

Wo war eigentlich Linda de Mol? Und seit wann arbeitet Ute Ohoven für Sat.1? Das war nicht Ute Ohoven, sondern Linda de Mol. Die Arme leidet unter dieser grausamen Krankheit, die Frauen ab 40 gerne bekommen, und die dazu führt, dass sie irgendwann aussehen wie Ute Ohoven. Die Kamera bleibt deshalb gnädig auf Abstand, da schließen wir uns gerne an. An den Stimmbändern aber hat sie sich bestimmt rumschnippeln lassen. Sie klingt so frisch wie der junge Frühling.

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