Psychologe und Produzent »Sesamstraße«-Initiator Lloyd Morrisett ist tot

Seine Tochter war wie gebannt von TV-Werbung – da kam Lloyd Morrisett die Idee, über das Fernsehen Lernstoff für Vorschulkinder zu vermitteln. Daraus wurde die »Sesamstraße«. Nun ist der Psychologe im Alter von 93 Jahren gestorben.
Morrisett mit »Sesamstraße«-Figuren (bei Ehrung im Kennedy Center 2019)

Morrisett mit »Sesamstraße«-Figuren (bei Ehrung im Kennedy Center 2019)

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Greg Allen / Invision / AP

Der US-Psychologe und Mitschöpfer der »Sesamstraße« Lloyd Morrisett ist gestorben. Der Ideengeber für die Kindersendung wurde 93 Jahre alt, wie die Organisation Sesame Workshop auf Twitter bekannt gab.

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»Lloyd hinterlässt ein übergroßes und unauslöschliches Vermächtnis für Generationen von Kindern auf der ganzen Welt«, hieß es in der Mitteilung . Als jahrzehntelanger Leiter der Produktionsfirma sei er fasziniert von der Macht der Technologie gewesen und habe stets überlegt, wie man diese für Bildung nutzen könne.

Sesame Workshop teilte außerdem ein Statement von Morrisetts Geschäftspartnerin, der Fernsehproduzentin Joan Ganz Cooney: »Ohne Lloyd Morrisett würde es die ›Sesamstraße‹ nicht geben. Er war es, der als Erster auf die Idee kam, Vorschulkindern über das Fernsehen grundlegende Fähigkeiten wie Buchstaben und Zahlen beizubringen. Er war mir über 50 Jahre lang ein zuverlässiger Partner und treuer Freund, und wir werden ihn schmerzlich vermissen.«

Morrisett wurde 1929 in Oklahoma City geboren. Als Lehrer mit psychologischem Hintergrund war er stets auf der Suche nach neuen Lehrmethoden, insbesondere für Kinder aus bildungsfernen Familien.

Gemeinsam mit Ganz Cooney gründete er 1968 die Non-Profit-Organisation Children’s Television Workshop, die später in Sesame Workshop umbenannt wurde. 1969 schuf das Duo die »Sesame Street«, das US-Original der »Sesamstraße«.

Als Schlüsselmoment für die Idee zu »Sesame Street« schilderte er später, wie er 1965 seine damals dreijährige Tochter Sarah eines Morgens vor dem Fernsehen sitzen sah – gefesselt vom Senderjingle, während sie auf den Beginn der Zeichentrickfilme wartete. »Wenn Fernsehen so effektiv Werbung kleinen Kinder nahebringen kann, könnte man diese Methoden nicht auch nutzen, um substanziellere Inhalte zu vermitteln?«, schilderte er später seinen Grundgedanken.

Die Serie gilt als bekannteste Kindersendung der Welt. Seit 1973 wird sie auch im deutschen Fernsehen gezeigt. Sesame Workshop entwickelt zudem weitere Serien und Bildungsprogramme für Kinder.

feb/dpa

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