"Maischberger. Die Woche" zu steigenden Infektionszahlen "Man kann Karneval gar nicht absagen"

Einmal Corona, Belarus, Biden, bitte - bei "Maischberger" muss alles mit, was diese Woche in der Zeitung steht. Und als Rausschmeißer: Richard David Precht.
Von Klaus Raab
Sandra Maischberger (Archivbild): Bunte Thementüte - alles drin

Sandra Maischberger (Archivbild): Bunte Thementüte - alles drin

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Horst Galuschka/ DPA

Man weiß manchmal gar nicht, wo man anfangen soll nach 75 Minuten "maischberger. die woche", diesem Hybriden aus "Markus Lanz", "Presseclub" und Rührgerät. Die Sendung ist, auch diesmal wieder, eine große Wundertüte. Alles muss mit, was in dieser Woche in der Zeitung nicht erst auf Seite 8 stand. Und bitte sehr, alles ist drin.

Erstens: Belarus. Es beginnt niedrigschwellig - mit Sandra Maischbergers Einstiegsfrage nach dem "Verlierer der Woche", der diesmal von Autorin Amelie Fried ausgerufen wird. Es handelt sich um den belarussischen Diktator Alexander Lukaschenko, der als "alter weißer Mann" den Gong nicht gehört habe. Glaube er ernsthaft, dass er bei der Wahl 80 Prozent der Stimmen bekommen habe?

Die Moskau- und Maidan-erfahrene ARD-Korrespondentin Golineh Atai kann das beantworten: "Er weiß ziemlich genau, wie das ausgezählt wurde", sagt sie. Und er wisse auch genau, "dass er angezählt ist". RTL-Mann und SPIEGEL-Kolumnist Nikolaus Blome nimmt den Ball auf: "Einmal zu viel gefälscht", befindet er, das sei wie in der DDR. Er lobt die EU nach ihrem Sondergipfel ("mehr als man erwarten konnte"), weist aber darauf hin, dass man zu Belarus "nicht Position beziehen" könne, "ohne sich gegen Putin zu stellen".

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Ob sich aber Belarus nun der Europäischen Union zuwende? Atai berichtet von einem "mulmigen Gefühl", das sie mittlerweile habe angesichts der Entwicklungen. Russisches Sicherheitspersonal soll nach Belarus aufgebrochen sein. Das sei von ihr nicht verifiziert, aber es handle sich um "Signale, die ich sehr ernst nehme".

Zweitens: Karneval. Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ist angereist, um einen Funkenmariechen-Spagat vorzuführen. Er stimmt dem Bundesgesundheitsminister, seinem Parteifreund Jens Spahn, zu, dass der nächste Karneval nicht in der gewohnten Form stattfinden könne, teilt aber zugleich seinen Wählern mit, dass man Karneval natürlich "gar nicht absagen" könne. "Wieso kann man das nicht absagen?", fragt Maischberger nach, glaubhaft verblüfft. Hans: "Weil es eben stattfindet." Nur halt anders.

Drittens: Pandemiebekämpfungs-Ratschläge. Der stets einen Masterplan in der Hinterhand habende Virologe Alexander Kekulé, zum Doppelgespräch mit Tobias Hans eingeladen, setzt auf Schnelltests in Apotheken. Auch der "radikalste Verweigerer" besuche seine Oma nicht, wenn er ein positives Testergebnis habe, glaubt Kekulé. Außerdem stehe der Herbst bevor, und wenn dann ein Kind mal niese, solle es sicherheitshalber zu Hause bleiben? Und die Eltern gleich dazu? Nein, dann doch lieber mehr Testkapazitäten, damit man herausfinden könne, "ist es eine normale Rotznase, oder ist es Covid?"

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Es rühren sich leise Zweifel bei Tobias Hans: Seien solche Tests verlässlich? Kekulé weiß die Frage mit statistischen Überlegungen überzeugt zu bejeinen.

Viertens: Anekdotisches. Dafür zeigt sich Amelie Fried zuständig, die erzählt, wie ihr Mann von einer mitreisenden Mund-Nasen-Bedeckungs-Verweigerin im Flugzeug extra angehustet wurde. Ihrem Selbstverständnis nach handle es sich womöglich eine "Widerstandskämpferin"; sie, Fried, wisse nur nicht, wogegen eigentlich.

Fünftens: Klimawandel. Das Rausschmeißer-Gespräch führt Maischberger diesmal mit dem Philosophen Richard David Precht, der zum Dauerkrisenmodus der vergangenen zehn Jahre befragt wird, dem er allerdings seine Außergewöhnlichkeit abspricht. Früher habe es schlimmere Krisen gegeben, man denke mal an die atomare Bedrohung. Aber eine Medienlandschaft, die "völlig aus dem Ruder gelaufen" sei, würde mit ihren "Sensationierungen" zum beständigen Alarm beitragen. An den vergleichsweise wenigen Corona-Maßnahmen-Verweigerern hätten die Medien auch "viel Gefallen" gefunden.

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Der Klimawandel allerdings, sagt Precht, der sei wirklich ernst. Und er gibt, von Maischberger angepiekst, Beispiele für Dinge, die zu verbieten er sich vorstellen könne: Billigkreuzfahrten, vielleicht auch Kurzstreckenflüge, Rasen auf der Autobahn, SUVs in Innenstädten. Maischberger fragt die Existenz von Zweifeln alsbald mit der missglückten Bemerkung ab, vielleicht stoppe sich das, was er "so apokalyptisch" beschreibe, ja auch "von allein?" Nö, sagt Precht. Zweifel habe er grundsätzlich. Aber hier gehe es "darum, den Ernst der Lage" zu begreifen. "Was ich hier fordere, ist Realpolitik."

Sechstens: Biden und Söder. Hatten wir schon erwähnt, dass es auch frische Einschätzungen zum Präsidentschaftskandidaten der US-Demokraten, Joe Biden, gibt (nicht mehr der Jüngste)? Oder zu Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (ist ein Macher, betreibt aber "Effekthascherei")? Nein? Ist aber so. Alles muss mit, was in dieser Woche in der Zeitung nicht erst auf Seite 8 stand. Und bitte sehr, alles ist drin. Alles ist aber halt schon viel.

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