Aufklärungsdoku "Make Love" Mehr Zuschauer als die "Tagesthemen"

"Mit dem Zweiten vögelt man besser" - vor der Ausstrahlung von "Make Love" lief die Medienberichterstattung heiß. Die Zuschauer gaben sich unaufgeregter. Vor allem bei den jüngeren Zuschauern kam die ZDF-Aufklärungsdoku gut an.
Sexologin Ann-Marlene Henning: Zuschauerfragen zum weiblichen Ejakulat

Sexologin Ann-Marlene Henning: Zuschauerfragen zum weiblichen Ejakulat

Foto: ZDF /Julia Kampe

Schon bemerkenswert, zu welchen rhetorischen Schlüpfrigkeiten die ZDF-Sex-Doku "Make Love" Journalisten im Vorhinein inspirierte: "Mit dem Zweiten vögelt man besser", schrieb der "Tagesspiegel" über seine Kritik; "Neues von der Bettkante" stand in der "Focus"-Überschrift.

Ein Paar wir sie und er: Daniela, 40, und Fritz, 54 sprachen bei "Make Love" über Sex

Ein Paar wir sie und er: Daniela, 40, und Fritz, 54 sprachen bei "Make Love" über Sex

Foto: ZDF / Nico Erpel

Und die "Bild" titelte gleich: "Popo-Sex-Unterricht im ZDF!" Selbst den "Bild"-Chef persönlich brachte die Sendung, in der die Sexologin Ann-Marlene Henning Paare begleitet, aufklärt und Tipps gibt, in Wallung:

Das Publikum indes gab sich weniger aufgeregt: Bei den Zuschauern kam die Dokureihe, die wegen guter Quoten vom SWR und MDR zum ZDF gewandert war, nicht spektakulär, aber durchaus solide an - die erste Folge mit neuen Sex-Tipps verfolgten im ZDF am Mittwochabend 2,44 Millionen Zuschauer - mehr, als gestern die "Tagesthemen" sehen wollten (2,37 Millionen).

Auffällig war, dass vor allem Jüngere einschalteten: In der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen stieg die Zuschauerzahl im Vergleich zum "heute-journal" deutlich an. 750.000 Zuschauer aus dieser jüngeren Altersgruppe sahen im Schnitt zu, das brachte dem ZDF einen Marktanteil von 9,5 Prozent.

Auch die Reaktionen der Zuschauer fielen dann eher sachlich aus. Auf der Facebook-Seite des ZDF  gab es einige halbgare Diskussionen darüber, ob ZDF zu RTL II geworden sei, auch wurde der Vergleich "Bravo für Erwachsene" bemüht. Ansonsten gab es aber durchaus Lob: "Wenigstens mal eine, die nicht nur drum rum labert", schrieb eine Nutzerin über die "Make Love"-Expertin Henning. "Sie zeigt wie und was man besser machen kann. Ob man dies zu Hause umsetzt oder nachmacht ist ja jedem selbst überlassen." Ein Twitter-Nutzer merkte an:

Henning selbst gab indes im ZDF-Chat  weitere Buchtipps, stellte sich Zuschauerfragen zum weiblichen Ejakulat und kündigte an, dass bald auch ein homosexuelles Paar in der Sendung mitmachen würde. Sachlich. Und gar nicht schlüpfrig.

"Make Love", zweite Folge am 4. August um 22.15 Uhr im ZDF.

eth