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Feuerstein und Andrack: Zwei Ex packen aus

Foto: B2948 Hermann Wöstmann/ dpa

Feuerstein und Andrack packen aus Harald Schmidt, der faule Diktator

Wenn Ex-Partner plappern: Im neuen SPIEGEL äußern sich Manuel Andrack und Herbert Feuerstein ziemlich deutlich über Harald Schmidt. Die Zukunft des Entertainers sehen sie unterschiedlich, einig sind sie in einem - Harry kann auch dirty sein, "wie ein afrikanischer Diktator".

Dirty Harry steht so schnell nicht wieder auf. Das prophezeit ein Mann, der Harald Schmidt jahrelang auf dem Weg nach oben begleitet hat und mit ihm die Hochzeit seiner Karriere erlebte: Manuel Andrack, 46, der langjährige TV-Partner und Redaktionsleiter des kürzlich von Sat.1 entsorgten Entertainers.

Auf die Frage, ob er an ein baldiges Comeback seines Ex-Chefs glaubt, sagt Andrack im aktuellen SPIEGEL: "Welcher Sender sollte ihn denn noch nehmen?" Seine prägnant formulierte Begründung: "Wenn einer mit so großem Bohei zu Sat.1 zurückkehrt und schon wenige Monate später den Stecker gezogen bekommt, dann war's das erst mal."

Ein anderer wichtiger Wegbegleiter Harald Schmidts gibt sich in dieser Frage wesentlich optimistischer. Herbert Feuerstein, 74, war Anfang der neunziger Jahre Schmidts Partner und Prügelknabe in der ARD-Show "Schmidteinander". Er hält im SPIEGEL-Gespräch mit Andrack dagegen: "Schmidt kommt wieder. Er ist der ewige Entertainer. Das lastet wie ein biblischer Fluch auf ihm. Der kann gar nicht aufhören." Seine Prognose lautet sogar: "Schmidt ist imstande und kommt aus der Kanalisation heraus und macht eine Sendung, von der noch niemand etwas ahnt."

Schmidt haut im Jaguar ab

Was die Zukunft von Schmidt angeht, sind sich die beiden ehemaligen Sidekicks also komplett uneinig, in der Beurteilung des Charakters und des Verhaltens des Entertainers nicht unbedingt - beide teilen, trotz aller Komplimente, ordentlich aus. Feuerstein etwa sagt über Schmidt: "Er ist niemand, der von Natur aus fleißig wäre. Ehrlich gesagt ist er sogar verdammt faul." Andererseits halte er Schmidt zugute, dass er sich immer durchgesetzt habe: "Er ging vor wie ein afrikanischer Diktator." Was als Lob zu verstehen ist. Aber eben nicht nur.

Mit Diktatoren ist bekanntlich selten zu spaßen, insbesondere dann, wenn sie ihre Macht zu verlieren drohen oder sich vormaliger Günstlinge entledigen. Davon weiß Manuel Andrack zu berichten. Er erinnert sich an die Trennungsphase von Harald Schmidt: "Das letzte halbe Jahr unserer Zusammenarbeit war nicht mehr lustig. Außerhalb der Konferenzen sind wir uns kaum noch begegnet. Schmidt hat sich in seinem Büro eingeschlossen. Oder er ist in seinem Jaguar nach Hause abgehauen oder sonstwo hin."

Vielleicht ein kleiner Trost für Manuel Andrack: Er war offenbar nicht der einzige, dem es so ging. Auch vor seinem kurzzeitigen Co-Moderator Oliver Pocher habe Schmidt sich irgendwann versteckt, so erzählt es zumindest Andrack. Seine Begeisterung für Pocher sei nach sechs Wochen vorbei gewesen. "Ich glaube, dass die Zeit mit Pocher für ihn traumatisch war", so Andrack. Schmidt sei sauer auf sich selbst gewesen, "weil er die Pleite nicht hat kommen sehen".

Glaubt man Andrack, hat Schmidt mit derlei narzisstischen Kränkungen wohl besonders zu kämpfen, denn an einem unterentwickelten Ego leidet er offenbar nicht: Er halte sich "für den größten Moderator aller Zeiten", so Andrack. "Deshalb hat es ihn gewurmt, dass er nie 20 Millionen Zuschauer vorm Fernseher versammeln konnte wie Thomas Gottschalk mit 'Wetten, dass..?'."

Das immerhin dürfte Diktator Schmidt trösten - auch Gottschalk hat ja bekanntlich die Gunst der Massen verloren.

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