ZDF-Fernsehrat Marlehn Thieme zur Vorsitzenden gewählt

Marlehn Thieme ist die neue Chefin des ZDF-Fernsehrats. In ihrer ersten Sitzung zeigt sie sich offen und selbstbewusst. Vor allem geht es ihr um Offenheit nach außen.

Marlehn Thieme
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Marlehn Thieme


Sie will sich für Transparenz und "mutige Programminnovationen" für junge Menschen stark machen - Marlehn Thieme ist neue Chefin des ZDF-Fernsehrats.

Die 59-Jährige wurde am Freitag nach der Konstituierung des neuen Fernsehrats in Mainz mit 36 von 50 Stimmen zur Nachfolgerin von Ruprecht Polenz gewählt. Thieme gehört dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an und ist Vorsitzende des Rates für nachhaltige Entwicklung, der auf Initiative der Bundesregierung helfen soll, die nationale Nachhaltigkeitsstrategie in die Praxis umzusetzen.

Der Fernsehrat kontrolliert das ZDF-Programm. Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat er in Zukunft weniger Politikvertreter und insgesamt weniger Mitglieder.

Thieme hat einige Erfahrung mit Ämtern und Ehrenämtern, neben ihrer Mitgliedschaft im Rat der EKD und des Rates für nachhaltige Entwicklung ist sie auch Aufsichtsratschefin der Bank für Kirche und Diakonie. Die Juristin, die in Bad Soden bei Frankfurt/Main wohnt, arbeitete von 1986 bis 2013 bei der Deutschen Bank, unter anderem als Geschäftsführerin der Deutsche Bank Stiftung.

Im ZDF-Fernsehrat ist Thieme keine Unbekannte. Seit 2004 ist sie Mitglied des Kontrollgremiums und saß in vier Ausschüssen. In ihrer ersten Sitzung zeigte sich die neue Vorsitzende selbstbewusst und offen. Mit ihrer Bewerbungsrede sorgte sie für Schmunzeln: "Ich bin völlig unpromoviert", sagte Thieme. Sie stamme aus einer Generation, in der man einen promovierten Mann geheiratet habe.

Thieme setzt bei ihrer Arbeit im Fernsehrat nach eigener Darstellung vor allem auf Offenheit nach außen: "Wichtig ist mir, dass Transparenz der Vertrauensbildung und Glaubwürdigkeit dient."

eth/dpa



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