Maschmeyer vs. NDR "Meiner Familie und mir wurde aufgelauert und nachgestellt"

Neues vom Feldzug des Carsten Maschmeyer gegen den NDR: Der Gründer des Finanzkonzerns AWD erhebt neue Vorwürfe gegen den TV-Beitrag "Der Drückerkönig und die Politik". Monatelang sei auf seine Privatsphäre keine Rücksicht genommen worden, moniert der 51-Jährige.

dapd

Berlin/Hamburg - Der Streit zwischen dem NDR und Carsten Maschmeyer über die Dokumentation "Der Drückerkönig und die Politik" wird derzeit juristisch geprüft: Das Berliner Landgericht verfügte, dass eine Szene aus der ARD-Dokumentation zunächst nicht weiter gezeigt werden darf. Damit gaben die Richter einem Antrag Maschmeyers statt.

Der Gründer des Finanzkonzerns AWD konnte ein Verbot der Passage durchsetzen, in der NDR-Reporter Christoph Lütgert Maschmeyer um ein Interview bittet. Der NDR werde gegen die Gerichtsentscheidung Widerspruch einlegen, hatte der Sender mitgeteilt.

Im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) erhebt der Multimillionär nun neue Vorwürfe gegen den Filmbeitrag. "Meiner Familie, meinen Freunden und mir wurde monatelang aufgelauert und nachgestellt. Auf meine Privatsphäre wurde keine Rücksicht genommen", sagte Maschmeyer. Es gebe "Anhaltspunkte dafür, dass in dem journalistischen Übereifer" Strafgesetze verletzt worden seien. Im Rahmen eines Gutachtens werde dies derzeit geprüft.

"Ein renommierter Kenner der Szene hat diesen Beitrag treffend als 'faktenfreien Boulevardjournalismus' bezeichnet", erklärte der AWD-Chef. Daher habe er sich "sicher nicht leichten Herzens" entschlossen, die Gerichte anzurufen.

Er hat gelernt, nicht mehr aus dem Nähkästchen zu plaudern

Maschmeyer verteidigt in dem SZ-Interview auch seine Wahlkampfhilfe zugunsten von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 1998, als er für 650.000 Mark in allen niedersächsischen Tageszeitungen eine Pro-Schröder-Anzeige geschaltet hatte. "Ich wollte nicht, dass Oskar Lafontaine Kanzler wird. Also musste Schröder die Landtagswahl gewinnen." Dass Schröder später bei AWD auftrat, habe nichts mit seiner Freundschaft zum Altkanzler zu tun: Das sei eine "Motivation" für die Mitarbeiter gewesen, "deswegen machen Politiker gerne deratige Veranstaltungen".

Über den Urlaub von Christian Wulff in Maschmeyers Anwesen auf Mallorca sagte der 51-Jährige: "Den Aufenthalt des Bundespräsidenten auf Mallorca in eine Nähe zu meinen geschäftlichen Aktivitäten zu rücken, ist verkehrte Welt. Im Übrigen hat der Bundespräsident, wie inzwischen hinreichend berichtet wurde, auf eigenen Wunsch auch einen üblichen Tarif für die Miete gezahlt."

Darauf angesprochen, dass er polarisiere, sagte der Lebensgefährte von Veronica Ferres der SZ: "Natürlich polarisiere ich - da ist dieser Aufsteiger aus kleinsten Verhältnissen, der mit einer berühmten Schauspielerin zusammen lebt." Damit müsse und könne er leben.

Auch, dass er in der Vergangenheit darüber schwadroniert habe, dass in seinem Weinkeller eine Flasche für 7100 Euro lagere. "Man kann auch in guten Wein investieren, warum nicht? Nur trinken darf man ihn dann nicht, man muss ihn sammeln", so Maschmeyer. "Wenn Sie darauf anspielen, dass ich vielleicht etwas offenherzig über Privates gesprochen habe, dann haben Sie zweifellos recht. Man lernt nie aus." Er habe sich diese Erfahrungen zu Herzen genommen.

jjc

Mehr zum Thema


insgesamt 98 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
README.TXT 05.02.2011
1. Jetzt versucht er sich reinzuwaschen
Inner 'seriösen' Presse. Maschmeyer: Der Lack is' ab!
juharms, 05.02.2011
2. PR Profi angeheuert
Da hat Maschi einen PR Profi angeheuert und der versucht scheibchenweise die ein oder andere Aktion des NDR zu filetieren, um dabei den NDR als Täter und den armen Maschi als Opfer darzustellen. Dann bucht der AWD noch ein paar Anzeigen und wir können uns bald darauf einstellen, dass beim NDR noch aufgeräumt wird. Das ist keine Demokratie, das ist das Diktat des Kapitals.
rehlo1 05.02.2011
3. Drückerkönig Maschmeyer und seine Masche
Hat der ach so bedauernswerte Herr Maschmeyer denn Rücksicht auf seine "Opfer" genommen? Seine "Masche" ist m.E. höchst fragwürdig: Menschen abzocken im grossen Stil, völlig inkompetente Finanzberater "ausbilden" und dann den Bekannten- und Verwandtenkreis abziehen, ist das heute das System, um Multimillionär zu werden? Ehrlichkeit und Verantwortungsgefühl gegenüber Kunden und Mitarbeiter ist jedenfalls nicht seine "Masche"! Und jetzt mittels der Fa. WMP sein Image aufpolieren zu lassen, siehe z.B. hier bei SPON oder gezielt in der Blöd-Zeitung, ist doch ganz simple Propaganda, um als seriöser Geschäftsmann zu gelten. Leider ist der deutsche "Michel" nicht mehr in der Lage dies zu durchschauen.... Naja, in einer echten Demokratie wäre ein Herr Maschmeyer nie soweit mit seiner Abzockerei gekommen.
regalhalter 05.02.2011
4. Tstststs...
..geht man dem Herrn auf den Nerv ob seiner Machenschaften? Rspeskt, ich habe wirklich Mitleid.
spon-1277755831106 05.02.2011
5. Maschmeyer
Zitat von regalhalter..geht man dem Herrn auf den Nerv ob seiner Machenschaften? Rspeskt, ich habe wirklich Mitleid.
Er wird damit durchkommen. Die ganzen Speichellecker aus Politik und Wirtschäft, die die Nähe des ach so erfolgreichen Selfmade-Milliardärs suchen, werden ihn unterstützen!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.