ZDF-Debattiersendung Maxim Biller hört beim "Literarischen Quartett" auf

Abgang beim "Literarischen Quartett": Maxim Biller verlässt den ZDF-Debattierklub. Wer seinen Platz einnimmt, ist noch nicht bekannt.

Maxim Biller
ZDF/ Jule Roehr

Maxim Biller


Wenn er ein Buch nicht mochte, und das kam sehr oft vor, dann verdammte er es in Bausch und Bogen. Im TV-Debattierklub "Das literarische Quartett" nahm er die Rolle des unerbitterlichen Kritikers ein. Jetzt wurde bekannt, dass der Journalist und Schriftsteller Maxim Biller die ZDF-Sendung verlässt. Auf seiner Facebook-Seite verkündete er seinen Abschied.

Das ZDF bestätigte den Abgang. Daniel Fiedler, Leiter der Redaktion "Kultur Berlin", sagte in einem Statement: "Wir bedauern, dass Maxim Biller als festes Mitglied beim 'Literarischen Quartett' aussteigt, aber verstehen, dass er sich mehr Zeit für seine eigene literarische Arbeit nehmen möchte. Er ist schon bei der nächsten Sendung am 3. März nicht mehr dabei. Über die Nachfolge des dritten festen Quartett-Mitglieds wird noch entschieden."

Das Format wurde ab 1988 durch die Literaturkritikstars Marcel Reich-Ranicki, Hellmuth Karasek und Sigrid Löffler zur Fernsehinstitution. Erst im Oktober 2015 war die Sendung neu aufgelegt worden. Neben Biller saßen die WDR-Moderatorin Christine Westermann und der SPIEGEL-Literaturautor Volker Weidermann auf dem Podium. Die beiden werden weitermachen - beim nächsten Termin im März dann aber eben schon ohne Biller.

cbu



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Fly 16.01.2017
1. Man musste...
kein Prophet sein um festzustellen, dass Biller sich in diesem Quartett nicht wirklich wohl fühlte. Biller mag etwas von Literatur verstehen, aber er kam als Kotzbrocken nicht so zur Geltung, wie er sich das vielleicht ursprünglich vorgestellt hat. Schon bei der ersten Sendung dachte ich insgeheim , da versucht jemand krampfhaft den M.R. Ranicki zu machen, kriegt es aber nicht wirklich rübergebracht. Er stand mit seiner Kritik auch oft alleine da und kam dabei oftsehr arrogant und besserwisserisch herüber. In solch einem Format braucht man auch Menschen mit einem gewissen Humor, die auch schon mal über sich selbst lachen können. Christine Westermann ist für mich auch keine Idealabesetzung, da Sie oft oberflächliche Bewertungen abgibt, sie ist aber bei weitem sympathischer und authentischer als ein M. Biller.
Dramaturgenfrau 16.01.2017
2. Endlich. Danke.
Dieser Typ war auf der Mattscheibe eine einzige Unerträglichkeit. Selbstgefällig, selbstgerecht, selbstverliebt und über alle Maßen arrogant, ja, einfach nur eklig. Dies ist die beste Nachricht des Tages. Es macht den Kohl aber auch nicht (mehr) fett, denn die beste, oder zumindest um Längen bessere Literatursendung läuft in der ARD: Druckfrisch. Mit dem hervorragenden Denis Scheck.
Mondlady 16.01.2017
3. Elke Heidenreich
Wenn die Verantwortlichen beim ZDF Format hätten, würden sie Elke Heidenreich bitten, zurückzukommen! Aber die hat mal ihren Frust rausgelassen und schon war sie weg vom Fenster; dabei ist sie eine der kompetentesten Literaturfrauen, die es in Deutschland gibt! Und sie kommt auch noch supergut und locker rüber! Also los ihr Machos: Macht doch mal ein Angebot, das sie nicht ablehnen kann!
rugall70 16.01.2017
4. Höchst unterhaltsame Griesgrämigkeit
Die Sendung beginnt. Volker Weidermann stellt mit treuherzigem Dackeblick das erste Buch vor. Schwenk auf Biller. Und man sieht: Er hat jetzt schon schlechte Laune! Mit grimmigem Blick wartet er auf die erste Gelegenheit, das Buch in Bausch und Bogen zu verdammen... In der Regel versprach dieser Beginn eine unterhaltsame Sendung.
yonosoymarinero 16.01.2017
5. Es ist alles gesagt...
Danke für die Forumsbeiträge 1 - 4 . Damit ist alles "gesagt". Biller ist die Lücke, die er hinterlässt. Vermissen werden ihn wohl wenige.
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