MDR-Affäre Volksmusik-Manager Beierlein unter Verdacht

Er gilt als Papst der Volksmusik: Musikmanager Hans R. Beierlein hat unter anderem Stefanie Hertel und Stefan Mross groß rausgebracht, nun gerät er in den Strudel der MDR-Affäre. Ermittler führen ihn nach SPIEGEL-Informationen als Beschuldigten - wegen eines merkwürdigen Deals.
MDR: Affäre überschattet lange geplante Nachfolgerwahl des Noch-Intendanten Reiter

MDR: Affäre überschattet lange geplante Nachfolgerwahl des Noch-Intendanten Reiter

Foto: dapd

Hamburg - Es geht um Bestechung und Bestechlichkeit: In der jüngsten MDR-Affäre zählen die Ermittler den Musikmanager Hans R. Beierlein nach SPIEGEL-Informationen zu den Beschuldigten - neben dem bereits geschassten Unterhaltungschef des Senders, Udo Foth. Die Staatsanwaltschaft Leipzig geht offenbar davon aus, dass Beierlein Geld dafür bezahlt hat, damit seine Künstler weiterhin für die Schlagersendungen des MDR gebucht werden.

Der 82-jährige Bayer managte unter anderem Schnulzen-Koryphäen wie Stefanie Hertel oder Stefan Mross. Beierlein, der sogenannte Volksmusik-Papst, hatte bereits eingeräumt, 180.000 Euro an eine Produktionsgesellschaft gezahlt zu haben.

Die Ermittler glauben dagegen, Foth und Beierlein seien "sich darüber einig" gewesen, "dass die Zur-Verfügung-Stellung des geforderten Betrages" eine Gegenleistung sei, heißt es im Durchsuchungsbeschluss. Der Deal sei erfolgt, damit Beierleins Künstler "auch weiterhin in Sendungen des MDR berücksichtigt" würden. Beierlein war Ende vergangener Woche für den SPIEGEL nicht erreichbar.

Die Affäre überschattet auch die lange geplante Nachfolgerwahl des Noch-MDR-Intendanten Udo Reiter. Eine Woche vor der Abstimmung im Rundfunkrat des MDR muss Bernd Hilder, der Kandidat des Verwaltungsrates, um seine Wahl bangen. Unter den Räten wächst der Unmut gegen den jetzigen Chefredakteur der "Leipziger Volkszeitung".

Hinter den Kulissen soll auf einige Mitglieder des Gremiums massiver Druck ausgeübt worden sein, für Hilder zu votieren. Der Verwaltungsratsvorsitzende Gerd Schuchardt (SPD) wird dem Rundfunkrat deshalb am 26. September vor der Wahl Bericht erstatten. "Die Wahl im Verwaltungsrat war rechtmäßig, aber es gab einige Dinge, die mir nicht gefallen haben", sagt Schuchardt. Sollte Hilder nicht gewählt werden, hat Schuchardt Vorsorge getroffen. Er hat für den gleichen Tag eine Sondersitzung einberufen, in der ein weiterer Kandidat bestimmt werden könnte.

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