Streamingdienst Netflix streicht Animationsserie von Meghan und Harry – aus Kostengründen

»Pearl« sollte die Abenteuer eines jungen Mädchens begleiten – doch aus der geplanten Netflix-Serie von Herzogin Meghan und Ehemann Harry wird nichts. Der Anbieter will offenbar sparen.
Harry und Meghan (im September 2021 in New York)

Harry und Meghan (im September 2021 in New York)

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Evan Agostini / Invision / AP

Es läuft derzeit nicht rund bei Netflix. Nun reagiert der Streamingservice auf die schlechten Zahlen mit Sparmaßnahmen, die auch Projekte mit sehr prominenten Beteiligten betreffen. Prinz Harry und Herzogin Meghan hatten im vergangenen Juli Pläne für die Produktion ihrer ersten Animationsserie bei Netflix bekannt gegeben – doch der Streamer streicht das Projekt.

Neben »Pearl« sind auch mehrere andere Animationsserien von den jüngsten Geschäftsentscheidungen betroffen, wie Netflix der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Zuvor hatte das Branchenportal Deadline.com  über die Absage berichtet.

Über seine Stiftung Archewell hatte das Paar 2021 das Projekt mit dem Arbeitstitel »Pearl« als Serie über die Abenteuer eines zwölfjährigen Mädchens beschrieben, das auf seinem Weg von historisch bedeutsamen Frauen geprägt wird. Meghan war als Schöpferin und ausführende Produzentin an Bord. Zu den Mitproduzenten zählte David Furnish, Ehemann von Elton John, der zuvor an dem Computeranimationsfilm »Gnomeo und Julia« mitgewirkt hatte.

Harry und die Ex-Schauspielerin Meghan (»Suits«) hatten 2020 einen Deal mit Netflix über Filme, Serien und Angebote für Kinder verkündet. Weiter geplant ist eine Dokuserie über einen von Harry ins Leben gerufenen Sportwettbewerb für kriegsversehrte Soldaten namens Invictus Games. Sie würden die Zusammenarbeit mit Archewell Productions sehr schätzen und gemeinsam an einer Reihe von Projekten arbeiten, erfuhr die dpa von Netflix.

Erstmals seit zehn Jahren Rückgang der Kundenzahl

Neben steigendem Konkurrenzdruck wirkten sich auch Folgen des Ukrainekriegs auf die Bilanz aus. Netflix hat erstmals seit mehr als zehn Jahren ein Quartal mit Kundenschwund verkraften müssen. In den drei Monaten bis Ende März wurden rund 200.000 Abonnenten abgemeldet, wie das Unternehmen Ende April mitteilte . Eigentlich hatte Netflix laut eigener Prognose mit einem Zuwachs von 2,5 Millionen Kunden gerechnet.

Die Anzahl der weltweiten Bezahlabos lag dem Bericht zufolge zum Quartalsende bei 221,6 Millionen. Das letzte Mal, dass Netflix ein Quartal mit sinkenden Nutzerzahlen verbuchte, war im Oktober 2011. Anleger reagierten massiv enttäuscht auf den Quartalsbericht.

jok/dpa