Mike Tyson sauer über biografische TV-Serie »Hulu hat meine Geschichte gestohlen«

Beim US-Streamingdienst Hulu läuft Ende August eine Miniserie über das turbulente Leben des Mike Tyson an. Der Boxer selbst ist davon wenig begeistert – er wirft Hulu Gier und eine »Sklavenhalter«-Haltung vor.
Ex-Boxer Tyson (als Zuschauer bei einem Kampf im Mai): »Köpfe werden rollen«

Ex-Boxer Tyson (als Zuschauer bei einem Kampf im Mai): »Köpfe werden rollen«

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Al Bello / Getty Images

1987 war Mike Tyson mit 21 Jahren der »Undisputed Heavyweight Champion of the World« – der Weltmeister im Schwergewichtsboxen in allen maßgeblichen Verbänden gleichzeitig. Es war der frühe Gipfel einer Lebensgeschichte, in der mit einer Haftstrafe wegen Vergewaltigung und der Bissattacke auf Evander Holyfield dramatische Tiefpunkte folgen sollten.

Eine Lebensgeschichte also, die nach einer medialen Nacherzählung schreit. Schon 1995 verfilmte der deutsche Regisseur Uli Edel Tysons Leben von der schweren Kindheit in Brooklyn bis zum Vergewaltigungsprozess 1992 mit Michael Jai White als »Iron Mike«. 2008 hatte beim Filmfestival von Cannes ein Dokumentarfilm über Tysons Leben von James Toback Premiere. Doch eine weitere angekündigte Verfilmung hat nun Mike Tysons Protest ausgelöst.

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»Hulu hat meine Geschichte gestohlen«, twitterte Tyson über die achtteilige Miniserie »Mike«, die am 25. August bei dem US-Streamingdienst Hulu anlaufen wird. Hulu habe Dana White, dem Präsidenten der Mixed-Martial-Arts-Organisation Ultimate Fighting Championship (UFC), Millionen geboten, »damit sie deren Sklavenmaster-Übernahme meiner Lebensgeschichte« bewerben. White habe abgelehnt, was Tyson ihm nie vergessen werde.

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Schon bei der ersten Ankündigung der unautorisierten Serie im Februar 2021 hatte Tyson Hulu Geldgier und kulturelle Aneignung vorgeworfen . Kurz darauf kündigte  Mike Tyson ein hochkarätiges Biopic-Projekt an, produziert von Martin Scorsese, in dem Jamie Foxx unter der Regie von Antoine Fuqua den Boxer spielen solle. Um diese Verfilmung blieb es in jüngerer Zeit allerdings still.

Hulus Serienmacher Steven Rogers verteidigte »Mike«. Er würde sich wünschen, dass Tyson seine Meinung ändern werde, wenn er die Produktion sähe. Man habe im Vorfeld nicht mit Tyson gesprochen, weil dieser die Rechte an seiner eigenen Sicht auf sein Leben schon verkauft habe, so Rogers vor TV-Kritikern . »Als Geschichtenerzähler will ich mich auch nicht nur auf eine Quelle verlassen«, sagte er weiter. Man habe sich auch darum bemüht, Figuren wie Tysons Ex-Frau Robin Givens oder Desiree Washington, die ihm 1991 vorwarf, sie vergewaltigt zu haben, mit »Tiefe« und »Respekt« zu zeichnen. Hauptdarsteller Trevante Rhodes (»Moonlight«), sagte, da er nicht mit Tyson sprechen konnte, habe er seinen Boxstil studiert, um dem Charakter seiner Figur näherzukommen.

Mike Tyson sieht sich nicht als Einzelfall. »Hulus Modell, die Rechte an den Lebensgeschichten von Prominenten zu stehlen, ist ungeheuer gierig«, schimpfte Tyson auf Twitter. Zuletzt war der Streamingdienst für seine biografische Miniserie »Pam & Tommy« über Pamela Anderson und Tommy Lee in die Kritik geraten. »Ich weiß, dass sie sich das nie und nimmer ansehen wird«, zitierte das Magazin »Entertainment Weekly« eine mit der Schauspielerin vertraute Person.

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Unterstützung erhielt Tyson von einem der Boxverbände, deren Titel er zu besseren Zeiten errungen hatte. Mauricio Sulaimán, der Präsident des World Boxing Council (WBC), schrieb, Hulu habe fälschlich den Eindruck erweckt, dass die Serie mit Tysons Einverständnis produziert worden sei. Nur deshalb habe man die WBO-Weltmeistergürtel für die Produktion zur Verfügung gestellt.

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