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Larry-King-Nachfolger bei CNN Piers Morgan hat ausgetalkt

Erst vor drei Jahren nahm Piers Morgan mit seiner Show den Sendeplatz von Talk-Legende Larry King ein - jetzt setzt CNN die Talkshow des Briten ab. Die Gründe: sinkende Quoten. Und zu viel Kritik am amerikanischen Waffenrecht.
Mit Provokation ins Quotentief: Piers Morgan im Studio seiner Talkshow

Mit Provokation ins Quotentief: Piers Morgan im Studio seiner Talkshow

Foto: DPA/ CNN

Hamburg/New York - Alte Hasen aus dem US-amerikanischen Mediengeschäft sagen, dass es zwei Dinge gibt, die der Gastgeber einer TV-Sendung nicht haben darf: Einen Bart oder einen Akzent. Piers Morgan war zwar immer ordentlich rasiert. Den britischen Zungenschlag bekam der Engländer aber in seinen drei Jahren als CNN-Moderator nie komplett los - und zumindest indirekt ist seine britische Herkunft vermutlich auch Grund dafür, dass CNN seine Talkshow "Piers Morgan Live" jetzt absetzt.

Denn die mauen Quoten, unter denen seine Sendung stets litt, zeugen laut Morgan selbst wie auch laut Beobachtern vom Fremdeln des Briten mit der amerikanischen Mentalität. "Ich bin ein Brite, der über US-amerikanische Kultur debattiert, zum Beispiel Schusswaffen, und ohne Zweifel hatten es viele Zuschauer satt, dass ich darauf herumhacke", sagte der Moderator der "New York Times". Seit dem Amoklauf an einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut hatte der 48-Jährige in seiner Sendung verstärkt für ein verschärftes Waffenrecht geworben und in der Live-Sendung auch mal einen Waffenlobbyisten als "unvorstellbar dummen Mann" beschimpft. Die "New York Times" schrieb zum Aus von Morgan:  "Es ist schwierig für ihn, wichtige amerikanische Geschehnisse glaubwürdig einzuordnen. Er ist ja erst seit kurzem hier."

Morgan hatte sich als Chefredakteur des britischen Boulevardblattes "The Daily Mirror" einen Namen als provokanter Schlagzeilenmacher und hartnäckiger Interviewer gemacht. Nach Stationen als Jurymitglied bei "America's got Talent" und als Teilnehmer der Reality-Show "The Celebrity Apprentice" hatte der Journalist vor drei Jahren mit "Piers Morgan Live" den Sendeplatz um 21 Uhr von der Talklegende Larry King übernommen.

Im Gespräch mit der "New York Times" gab Morgan auch an, mit CNN über eine neue Rolle zu verhandeln. Er wolle in Zukunft weniger auf dem Bildschirm erscheinen - dafür aber mit wirkungsvolleren Auftritten wie großen Interviews.

Wann die letzte Folge der Talkshow ausgestrahlt wird, steht noch nicht fest. Es könnte laut Morgan aber schon im März soweit sein.

evt/dpa