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26. August 2013, 08:26 Uhr

MTV Video Music Awards

Wir haben verstanden, Miley

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Musste das wirklich sein? Bei den MTV Video Music Awards legte Miley Cyrus knapp bekleidet den peinlichsten Auftritt hin. Zum Glück blieb es bei dem Ausrutscher. Tatsächlich bot das Musikspektakel auch einen Augenblick der Würde. Hier sind die besten Momente der VMA-Gala.

Nein, so einen ikonischen Moment wie den Kuss von Madonna und Britney Spears hatten die MTV Video Music Awards 2013 nicht zu bieten. Dafür wurde so ernst und eindringlich über gleichgeschlechtliche Liebe gesprochen, wie es nur irgendwie möglich ist im Rahmen einer Awardshow. Hier ist die Sammlung der größten Momente der VMA-Gala von Sonntagnacht.

Wer hatte den souveränsten Auftritt?

Justin Timberlake natürlich, der den "Michael Jackson Video Vanguard Award" überreicht bekam. Eine Art Lebenswerk-Auszeichnung also für den 32-Jährigen. In einem lässigen, etwa 20-minütigen Medley erinnerte er daran, was für große Hits er schon hatte - "Sexy Back", "Cry Me A River" und viele mehr. Durch die tanzte er sich mit großer Eleganz und ohne einen einzigen Kostümwechsel.

Was war die am wenigsten überraschende Überraschung?

Mittendrin in Timberlakes Karriere-Medley wurden seine vier ehemaligen Kollegen aus der Boygroup 'N Sync auf die Bühne gefahren und durften für ein paar Takte von "Girlfriend" und "Bye Bye Bye" an der Seite des erfolgreichen Solokünstlers singen und tanzen. Es war kurz, wurde aber lauthals bejubelt von den anwesenden Popstars, die ihre Jugend in den Neunzigern verbrachten.

Gab es eigentlich Preise?

Ja, den fürs beste Video des Jahres gewann zum Beispiel Justin Timberlake für "Mirrors", auch Macklemore & Ryan Lewis, Bruno Mars, Taylor Swift, Selena Gomez und der Newcomer Austin Mahone wurden mit dem "Moonman" geehrt, der Raumfahrerstatue, die MTV vergibt. Doch noch mehr als etwa bei den Grammys zählen bei den MTV Video Music Awards die Auftritte in der Show.

Wer kämpfte um die Karriere?

Lady Gaga hat ihr Image immer wieder über Auftritte bei Awardshows definiert, die Sängerin im Fleischdress oder ihr Schlüpfen aus einem Riesenei sind in den popkulturellen Erinnerungsschatz eingegangen. Diesmal eröffnete sie die Show mit einem Broadway-Monolog, vorgetragen mit einem weißen Kasten auf dem Kopf samt ovalem Gesichtsloch. In einer ausgeklügelten Choreografie setzten ihr in der Folge ihre Tänzer immer neue Perücken auf, während sie ihre neue Single "Applause" vortrug. Damit "Applause" auch ja nicht in Vergessenheit geriet, lief der Song in den Werbepausen in einem Spot für einen südkoreanischen Kleinwagen.

War der Kampf erfolgreich?

Als New Yorkerin bei einer Show in Brooklyn, mit der ersten Single einer neuen Kampagne nach einem etwas schwächeren Album, wollte es Lady Gaga wohl besonders gut machen. Und machte dabei zu viel, so dass kein wirklicher Moment hängen blieb. Der Showbiz-Blogger Perez Hilton, mit dem sich Gaga in den letzten Tagen ein Twitter-Wortgefecht lieferte, analysierte, dass die verschiedenen Outfits verschiedene Phasen von Gagas Karriere repräsentieren sollten und twitterte, "statt nach vorne zu schauen, blickt Lady Gaga zurück. Ist es dafür nicht zu früh?" Vielleicht hätte sie auf den "Michael Jackson Video Vanguard Award" warten sollen. Aber es war auf jeden Fall wieder eine kunstvolle Performance, die Rätsel aufgab.

Wer kämpfte erfolgreicher?

Katy Perry ließ jedenfalls nicht rätseln. Ihr Auftritt auf einem Boxring unter der Brooklyn Bridge war das große Finale, und sie zog das Boxthema durch: Umhang mit "Lioness"-Aufschrift, Trinken und Spucken in der Ecke, Seilspringen im knappen Tigertop und zum Schluss der Siegerinnengürtel - alles da. Ihre Single "Roar" ist gerade die neue Nummer eins in den USA und wurde öfter verkauft als Lady Gagas "Applause", da hatte sie es leicht. Wobei "Roar" zwar sehr knallig ist, aber auch ein bisschen geheimnislos - so wie Katy Perrys Auftritt.

Was war am peinlichsten?

Okay, wir haben verstanden: Miley Cyrus will kein kleines Mädchen mehr sein, deshalb entsprang die frühere "Hannah Montana"-Darstellerin einem Teddybär in knappster Bekleidung. Doch war es wirklich nötig mit dem 16 Jahre älteren Robin Thicke unter großem Hinterngewackel Sex zu simulieren? Die Reaktionen waren jedenfalls wenig schmeichelhaft: NBC schrieb, der Auftritt sei "peinlich vulgär" gewesen. Countrystar Josh Gracin twitterte: "Danke Miley Cyrus. Jetzt muss ich meiner elfjährigen Tochter erklären, warum sie deine Karriere nicht weiter verfolgen kann."

Gab es auch würdevolle Momente?

Der Rapper Macklemore aus Seattle freute sich nicht nur über den Preis für das beste HipHop-Video, sondern wurde auch für das beste Video mit einer sozialen Botschaft ausgezeichnet. "Same Love" nannte er "den wichtigsten Song, den ich je geschrieben habe". Es geht um die Homo-Ehe, und als er den Song mit der offen lesbischen Sängerin Mary Lambert und dem Überraschungsgast Jennifer Hudson vortrug, war nicht nur Lady Gaga gerührt von dieser klaren Stellungnahme für die Gleichbehandlung sexueller Orientierungen. Auch wenn Macklemore dabei ein wenig wie ein Sozialkundelehrer herüberkam.

Hat das alles noch irgendwas zu bedeuten?

Ja, YouTube hat MTV schon lange den Rang abgelaufen, wenn es darum geht, mit Musikvideos Popstars aufzubauen. Und doch waren fast alle da: Rihanna guckte herrlich gelangweilt, Daft Punk überreichten zusammen mit Pharrell Williams und Nile Rodgers einen Preis, Taylor Swift und Will Smith schienen um die deutlichsten Publikumsreaktionen zu wetteifern. Und Kanye West stellte Madonnas Rekord der meisten VMA-Auftritte ein - und war dabei fast nur als Schatten zu sehen. Eine solche Präsenz hat bisher noch keine Internet-Entertainment-Marke auf die Beine gestellt.


Die wichtigsten Gewinner im Überblick

Video des Jahres: Justin Timberlake, "Mirrors"

Bestes Video einer Sängerin: Taylor Swift, "I Knew You Were Trouble"

Bestes Video eines Sängers: Bruno Mars, "Locked Out of Heaven"

Bestes HipHop-Video: Macklemore und Ryan Lewis mit Ray Dalton, "Can't Hold Us"

Bestes Pop-Video: Selena Gomez, "Come and Get It"

Bestes Rock-Video: 30 Seconds to Mars, "Up in the Air"

Beste Zusammenarbeit: Pink und Nate Ruess, "Just Give Me a Reason"

Aufstrebender Künstler: Austin Mahone, "What About Love"

Bestes Video mit einer sozialen Botschaft: Macklemore und Ryan Lewis, "Same Love"

Sonderpreis "Michael Jackson Video Vanguard Award": Justin Timberlake

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