Nach Blackfacing-Sketch BR nimmt Satirefigur aus dem Programm

Im »SchleichFernsehen« des Bayerischen Rundfunks malte sich Satiriker Helmut Schleich das Gesicht schwarz an. Trotz Rassismusvorwürfen verteidigte der Sender zunächst den Beitrag – nun reagierte er doch.
Satiriker Helmut Schleich mimte »Maxwell Strauß«, der als schwarzer Despot politische Tipps gab

Satiriker Helmut Schleich mimte »Maxwell Strauß«, der als schwarzer Despot politische Tipps gab

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Arnulf Hettrich / imago images/Arnulf Hettrich

Der Bayerische Rundfunk (BR) zieht nach viel Kritik an einem Satirebeitrag mit einem fiktiven schwarz geschminkten Kanzlerkandidaten Konsequenzen. Die umstrittene Kunstfigur »Maxwell Strauß« als Karikatur von Franz Josef Strauß wird künftig nicht mehr im Programm zu sehen sein. BR-Intendantin Katja Wildermuth kündigte im Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders am Freitag zudem eine interne Wertediskussion an.

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur sagte ein BR-Sprecher nach der Sitzung des Aufsichtsgremiums: »Wir haben uns darauf verständigt, dass Maxwell Strauß nicht mehr auftreten wird.«

Wildermuth hat nun eine intensive Aufarbeitung gestartet. Intern sei viel über den Beitrag diskutiert worden, sagte sie im Rundfunkrat. Der BR habe die Verantwortung, »gegen Stereotype und Herabwürdigungen zu wirken«.

In der Sendung »SchleichFernsehen« war Kabarettist Helmut Schleich Anfang April in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Strauß (CSU) geschlüpft – und hatte dabei das Mittel des Blackfacings genutzt. Mit schwarz geschminktem Gesicht machte er Witze über die aktuelle bayerische Politik.

Zahlreiche Kritiker unter anderem im Netz bezeichneten den Beitrag als rassistisch. Von Blackfacing spricht man, wenn sich Weiße schminken, um Schwarze stereotyp darzustellen.

mjm/dpa
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