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01. März 2018, 12:41 Uhr

Pay-TV

Sky und Netflix wollen kooperieren

Mit Exklusivinhalten konkurrieren sie auf dem TV-Markt: Doch bald gibt es Sky und Netflix auf einer Benutzeroberfläche - zunächst allerdings nur in Großbritannien.

Europas größter Pay-TV-Konzern Sky hat eine Kooperation mit dem wachsenden Videostreamingdienst Netflix geschlossen. Der Anbieter populärer Serien wie "House of Cards", "The Crown" und "Orange Is the New Black" werde in diesem Jahr zunächst in Großbritannien und Irland in das Sky-Angebot aufgenommen und später auch in Deutschland, Österreich und Italien, teilte der britische Bezahlsender mit.

Netflix werde Sender wie den "Game of Thrones"-Anbieter HBO, Fox und Disney auf der Sky-Plattform ergänzen und damit das Unterhaltungsprogramm verstärken. Dank milliardenschwerer Investitionen in neue Serien und Filme ist Netflix mit weltweit rund 118 Millionen Abonnenten zur Nummer eins im umkämpften Online-Streamingmarkt aufgestiegen.

In Großbritannien wird es noch im Laufe des Jahres ein Bündelangebot für Sky-Kunden geben, in dem das Netflix-Angebot in die Benutzeroberfläche Sky Q sowie deren Suchfunktion integriert wird. Zudem werden die Abonnementgebühren auf einer Rechnung zusammengeführt. Ein genaues Startdatum und den Preis des zukünftigen Angebots gab Sky bisher noch nicht bekannt. Deutschland, Österreich und Italien sollen danach folgen.

Sky betont die größere Bequemlichkeit, die das Zusammenführen der Programme für die Kunden bringen werde. Die britische "Sun" gibt zu bedenken, dass Sky mit dem neuen Angebot nur nachvollziehe, was andere Anbieter mit Netflix-Apps auf ihren TV-Boxen bereits anbieten. Der "Guardian" spekuliert darüber, dass die Partnerschaft angebahnt worden sein, weil offenbar nur wenige feste Sky-Kunden wegen Netflix ihr Abonnement gekündigt, sondern das Streamingangebot zusätzlich gebucht hätten.

Sky steht derzeit im Zentrum eines Übernahmekampfes. Mitten in die Bemühungen des Medienmoguls Rupert Murdoch und des Unterhaltungsriesen Walt Disney um die Bezahlfernsehkette platzte kürzlich der größte US-Kabelnetzbetreiber Comcast mit einem umgerechnet 25 Milliarden Euro schweren Gegengebot. Zu Comcast gehören der US-Senders NBC und das Filmstudio Universal Picture.

feb/Reuters

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