Nora Tschirner über Schönheit "Heidi Klum ist nicht der Feind"

Was ist schön? Im Gespräch mit SPIEGEL FERNSEHEN spricht die Schauspielerin Nora Tschirner über Körperideale im Fernsehen, die eigenen Komplexe und den Mut zur Hässlichkeit.

picture alliance/ Bodo Marks/ dpa

"Ich fand meine Finger zu lang und zu dünn, ich fand meine Augenbrauen zu dick. Ich fand meine Haare in einer bestimmten Länge zu dünn." Nora Tschirner hatte in ihrer Jugend Komplexe wegen ihres Aussehens. Das sagte die 35-Jährige der neuen Programmzeitschrift SPIEGEL FERNSEHEN, die an diesem Freitag testweise in Hessen erscheint, in einem Gespräch über Schönheit im Fernsehen und Mut zur Hässlichkeit.

Tschirner weiter: "Ich habe einen Oberlippenbart, den fand ich ätzend, ich habe Flaum am Rücken, nach Saison mal mehr, mal weniger. Ich fand, ich habe zu wenig Oberweite, aber einen zu großen Bauch, ich fand meine Proportionen komisch, ich fand meine Haltung komisch."

Jetzt hat die Schauspielerin - zur Zeit vor allem mit Parka als Kommissarin im Weimarer "Tatort" im Fernsehen präsent - die australische Dokumentation "Embrace - Du bist schön" koproduziert, die am 11. Mai einmalig in 150 deutschen Kinos läuft und eine Woche später als DVD erhältlich ist. Der Film soll Frauen ermutigen, ihren Körper zu lieben, auch wenn er nicht den klassischen Schönheitsidealen entspricht.

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Nora Tschirner: Körperideale und Komplexe

Zum Schönheitsbild im deutschen Fernsehen sagt Tschirner, ihr "gruseligstes Erlebnis als Zuschauerin" sei "Germany's Next Topmodel" gewesen. Die Kandidatinnen der ProSieben-Show hätten inzwischen "so eine karrieristische Haltung": "Die waren doch alle mal kleine Mädchen, die sich interessiert haben für die Welt, die etwas werden wollten, und irgendwann diese Sendung guckten, und dann werden die beballert mit Werbescheiß und möchten plötzlich Model werden."

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Gegen den Berufswunsch spreche nichts, jedoch gegen das Vorgaukeln, wie wichtig und substanziell das alles sei. "Aber auch da muss man sagen: Heidi Klum ist nicht der Feind. Sie ist diejenige, die das macht. Aber sie ist in meinen Augen doch auch ein Produkt des Ganzen."



insgesamt 67 Beiträge
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blitzunddonner 05.05.2017
1. wenn hübsche menschen über mut zur hässlichkeit palavern, ...
wenn hübsche menschen über mut zur hässlichkeit palavern, dann ist das ähnlich problematisch, als wenn anorexotische sich als zu dick empfinden.
asdfdfdfdfdf 05.05.2017
2. Diese Frau...
... ist so mit das Schärfste, was unser Planet bisher hervorgebracht hat.
mike_kreutz 05.05.2017
3. Augenbrauen zu dick?
Genau das fand ich an ihr immer so sexy.. schon komisch wie Selbstwahrnehmung und die objektive Wahrnehmung auseinander driften können :)
Dark Agenda 05.05.2017
4. Leiden auf hohem Niveau
Wenn Nora über "Mut zur Hässlichkeit" spricht kann ich es nicht für glaubwürdig halten. Vielleicht sollte das jemand machen, der wenigstens "kontrovers" attraktiv aussieht. Die letzten richtig hässlichen Schauspieler wurden vor 30 Jahren gecastet, heute keine Chance.
nine1011 05.05.2017
5. @blitzunddonner
Zunächst einmal ist Frau Tschirner gut aussehend, ja, aber vor allem gescheit, deshalb hört und liest man gern, was sie zu sagen hat. Ich habe den Eindruck, Sie haben weniger ein Problem mit Ihrem Aussehen, als mit Ihrem Selbstvertrauen.
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