Peinliche Panne 9Live zeigt Hakenkreuzworträtsel

Wie ungeschickt: Der Quizsender 9Live hat am Wochenende ein Kreuzworträtsel gezeigt, das stark an das Hakenkreuz-Symbol der Nazis erinnert. Eine Sprecherin des Sender gibt sich zwar arglos - gelobt aber dennoch Besserung.
9Live-Quizsendung: "Die Hälfte der Redaktion hat einen Migrationshintergrund"

9Live-Quizsendung: "Die Hälfte der Redaktion hat einen Migrationshintergrund"

Foto: 9Live

Hamburg - Der Quizsender 9Live ist ja bekannt dafür, seine Zuschauer mit bisweilen umstrittenen Methoden zu kostenträchtigen Anrufen zu bewegen; erst im Oktober verdonnerte die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Landesmedienanstalten 9Live zu einem Bußgeld in Höhe von 95.000 Euro, weil der Sender gegen diverse Vorschriften für TV-Gewinnspiele verstoßen hat.

Nun macht 9Live erneut auf sich aufmerksam, dieses Mal allerdings ohne erkennbare finanzielle Hintergedanken. Am Samstag zeigte der Sender in einer der unzähligen Call-In-Shows ein Kreuzworträtsel: Die Zuschauer sollten sechs Tiere erraten, es winkte ein Gewinn von 1500 Euro.

So weit, so harmlos.

Die Präsentation des Rätsels allerdings misslang gründlich: Die Grafik ähnelte verdächtig dem Hakenkreuz-Symbol, das die Nationalsozialisten zu ihrem Zeichen erkoren hatten. In Deutschland ist es seit 1945 verboten, das Symbol zu zeigen, es sei denn, die Verwendung dient laut Strafgesetzbuch "der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken".

Beim Sender ist man sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE jedoch keiner Schuld bewusst. "Wir saßen nach Ihrem Hinweis zu sechst um den Bildschirm herum und haben nicht erkannt, was das Problem sein soll", sagte eine Sprecherin. "Man braucht schon viel Phantasie, um da etwas reinzuinterpretieren".

Andererseits konnten die Verantwortlichen ein bisschen von der besagten Phantasie dann doch aufbringen: Das Ganze sei vielleicht schon etwas ungeschickt, und man werde die Redakteure künftig zu mehr Sensibilität anhalten. Doch eigentlich sehe man hier überhaupt kein Problem:"Immerhin hat die Hälfte der Redaktion einen Migrationshintergrund", sagte die Sender-Sprecherin.

cte
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