SWR-Intendant Boudgoust "Rundfunkgebühren könnten steigen"

Seit 2009 wurden die Rundfunkgebühren nicht mehr erhöht. Das könnte sich nach Ansicht des SWR-Intendanten nach 2020 ändern. Der Vorsitzende einer Expertenkommission hatte sich zuvor ähnlich geäußert.

Deutschlandradio Beitragsservice in Bocklemünd
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Deutschlandradio Beitragsservice in Bocklemünd


Peter Boudgoust bringt eine Erhöhung der Rundfunkgebühren ins Spiel. Der Intendant des Südwestrundfunks glaubt, dass es im Jahr 2021 so weit sein könnte. Laut der Presseagentur dpa sagte er am Donnerstag im Mainz: "Im Jahr 2021 geht es darum, ob man uns nach insgesamt zwölf Jahren ohne Beitragserhöhung die Möglichkeit gibt, zumindest in der Größenordnung der allgemeinen Preissteigerungsrate wieder Anschluss an externe Kostenteuerungen zu finden."

Derzeit zahlt ein Haushalt 17,50 Euro im Monat. Zuletzt wurde der Rundfunkbeitrag, der für die Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio erhoben wird, im Jahr 2009 erhöht. Boudgoust betonte: "Die Rundfunkanstalten arbeiten daran, noch mal die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, noch mal durch neue Projekte alles dranzusetzen, den Anstieg des Beitrags in verträglichen Grenzen zu halten."

Schon Anfang Mai hatte Heinz Fischer-Heidlberger, der Vorsitzende der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF), eine Gebührenerhöhung ins Spiel gebracht. Wegen der steigenden Kosten werde man keine Beitragsstabilität hinbekommen. Deswegen werde es möglicherweise eine Beitragserhöhung in einer "ungewohnten Größenordnung" geben müssen, hatte Fischer-Heidlberger dem MDR gesagt.

"Zahlen kann man erst abgeben, wenn man weiß, was 2019/2020 auf dem Tisch liegt. Aber ich gehe davon aus, dass das auf jeden Fall über einem Euro Zusatzbeitrag liegen wird", so Fischer-Heidlberger.

Eine mögliche Beitragssteigerung war auch 2016 schon ein Thema. Wegen eines Überschusses hatte die KEF da zunächst eine Senkung der Beiträge vorgeschlagen. Das war von der ARD abgelehnt worden. Schon damals hatte die KEF aber prognostiziert, ab 2020 könnte der Rundfunkbeitrag auf über 19 Euro steigen.

kae/dpa



insgesamt 134 Beiträge
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dab 11.05.2017
1. Es geht auch ohne!
Einfach die teuren Übertragungsrechte vom Profisport den Bezahl- sendern überlassen, die das gerne zeigen wollen.
Kannebichler 11.05.2017
2. Stimmt nicht
Die Behauptung, dass der Rundfunkbeitrag (was für ein Wort! Erinnert mich an "Entsorgungspark" statt dem Wort "Müllkippe") seit 2009 nicht erhöht wurde stimmt so nicht. Mit der Umgestaltung der "Gebühr" in einen "Beitrag" gab es über alle Beitragszahler hinweg gigantische Einnahmezuwächse für die Rundfunkanstalten, die jetzt wohl bereits verfrühstückt worden sind.
Remy9999 11.05.2017
3. sehe ich auch so
Zitat von dabEinfach die teuren Übertragungsrechte vom Profisport den Bezahl- sendern überlassen, die das gerne zeigen wollen.
wer die überbezahlten Fußballer - oder noch besser deren einsichtige Manager sehen will - soll sich ein Sport Abo kaufen. Hätte gerne noch andere Sportarten augeführt - aber die gibt es nicht mehr bei ARD und ZDF: Für den Rest bin ich bereit Gebühren zu bezahlen.
max-mustermann 11.05.2017
4.
Tja, Rechte für Sportübertragungen von dubiosen bis mafiösen Vereinigungen wie FIFA und co. zu bekommen ist halt nicht billig. Da muss der Michel halt mehr blechen, ob der das überhaupt sehen will interessiert natürlich keinen.
take5 11.05.2017
5.
Klar, irgendwie müssen die Renten finanziert werden: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/horrende-rentenausgaben-oeffentlich-rechtliche-rentneranstalt-14043338.html Wie lange muss man sich diese Abzocke noch gefallen lassen?
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