Krimi-Vote Wie fanden Sie den Triebtäter-"Polizeiruf"?

"Schon als Mörder zur Welt gekommen": Der Rostocker "Polizeiruf" über einen verdächtigen Vater machte es dem Publikum ein bisschen zu einfach. Oder sind Sie anderer Meinung?

Christine Schroeder/ NDR

Am Ende musste die Tochter herausfinden, dass der Vater der gesuchte Sexualmörder war. Als Zuschauer hatte man aufgrund von all den in allzu suggestiven Schnittfolgen ausgestreuten Hinweisen über die sozialen Defizite des Familienvaters schon früh geahnt, was die Lösung des jüngsten "Polizeiruf"-Falles sein könnte. Der Täter gestand seinem Kind denn auch am Ende brav und ein bisschen zu selbsterklärend: "Deine Oma sagte, dass ich meine Zwillingsschwester bei der Geburt mit der Nabelschnur erdrosselt habe. Sie meinte, ich bin schon als Mörder auf die Welt gekommen."

In unserer Kritik schrieben wir: "Die Bildmontage in diesem 'Polizeiruf' ist nicht gerade subtil. Dass man dem Krimi trotzdem über weite Strecken folgt, liegt einerseits an den Schauspielern, die hier gekonnt zwiespältig die beiden Hauptverdächtigen darstellen, und zum anderen an den in liebgewonnener Fischköppigkeit dargebotenen, Rostock-typischen Rustikaldialogen." Wir gaben 6 von 10 Punkten. Wie fanden Sie den Krimi?

Noch immer schauen wir dem "Polizeiruf" aus Rostock gerne zu, weil das Ermittlerteam aus Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau samt Nebendarstellern so gut funktioniert. Die letzten Folgen hatten aber alle kleine Fehler. Vielleicht läuft die Mannschaft bei der nächsten Folge ja wieder zu alter Form auf. Sie ist bereits abgedreht, trägt den Titel "Nimmermüd" und wurde von dem Regisseur Christian von Castelberg gedreht, der unter anderem bereits 2011 den starken Müllsammler-"Polizeiruf" mit Sarnau und Hübner gedreht hatte.

cbu



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Seite 1
zeisig 07.10.2019
1. War gut.
Ich mag den Rostock Polizeiruf und sein Stammpersonal sehr gerne. Und der gestrige Tatort hat mir gut gefallen. Klare Handlung ( oder sagt man Plot?), es gab einen roten Faden und ich war jederzeit auf Höhe des Geschehens. Was ich allerdings brauche ( auch bei anderen Tatort oder Polizeiruf-Produktionen ) sind Untertitel. Ich verstehe grundsätzlich immer nur die Hälfte von dem was gesprochen wird, während ich zum Beispiel bei Nachrichtensendungen jedes Wort verstehe. Ich weiß auch nicht, woran das liegt.
blueeye2001 07.10.2019
2.
Zitat von zeisigIch mag den Rostock Polizeiruf und sein Stammpersonal sehr gerne. Und der gestrige Tatort hat mir gut gefallen. Klare Handlung ( oder sagt man Plot?), es gab einen roten Faden und ich war jederzeit auf Höhe des Geschehens. Was ich allerdings brauche ( auch bei anderen Tatort oder Polizeiruf-Produktionen ) sind Untertitel. Ich verstehe grundsätzlich immer nur die Hälfte von dem was gesprochen wird, während ich zum Beispiel bei Nachrichtensendungen jedes Wort verstehe. Ich weiß auch nicht, woran das liegt.
Das Tonproblem ist uns auch schon des öfteren aufgefallen. Da hilft es dann nur, den Ton ausschliesslich über den Center der Soundanlage fliessen zu lassen, aber das hilft leider nicht immer
branzkuebel 07.10.2019
3. Das Problem aller neuzeitlichen krimis...
… ist das bis zum Exzess betriebene Nuscheln. Ich verstehe ja die Filmemacher. Es soll authentisch daherkommen. Nahezu jeder originale Dialog, der in einem Büro oder auch zuhause gesprochen wird, ist aber filmuntauglich. Bei einem Krimi ist es jedoch wichtig, der Handlung einigermaßen hinterherzukommen. Wenn wir uns sowas zu zweit ansehen, fragen wir uns meistens immer zwischendurch: "Hast du das jetzt verstanden?" Mit gegenseitiger Hilfestellung gelingt es dann meist einigermaßen dran zu bleiben. Aber es gibt natürlich solche und solche Filme. Oft ist ein Mundartkrimi aus Wien noch besser zu verstehen als manch krawalliger Tatort / Polizeiruf. Und Frau Sarnau ist unter den Nuschlern wahrlich der "König". Ein weiblicher Til Schweiger sozusagen...
kael 07.10.2019
4.
Zitat von branzkuebel… ist das bis zum Exzess betriebene Nuscheln. Ich verstehe ja die Filmemacher. Es soll authentisch daherkommen. Nahezu jeder originale Dialog, der in einem Büro oder auch zuhause gesprochen wird, ist aber filmuntauglich. Bei einem Krimi ist es jedoch wichtig, der Handlung einigermaßen hinterherzukommen. Wenn wir uns sowas zu zweit ansehen, fragen wir uns meistens immer zwischendurch: "Hast du das jetzt verstanden?" Mit gegenseitiger Hilfestellung gelingt es dann meist einigermaßen dran zu bleiben. Aber es gibt natürlich solche und solche Filme. Oft ist ein Mundartkrimi aus Wien noch besser zu verstehen als manch krawalliger Tatort / Polizeiruf. Und Frau Sarnau ist unter den Nuschlern wahrlich der "König". Ein weiblicher Til Schweiger sozusagen...
Es liegt wohl auch daran, dass in den heutigen Schauspielschulen eine "deutliche Aussprache" offenbar nicht mehr als wichtig angesehen wird und deshalb von vielen unserer hippen Jungschauspieler vernachlässigt wird. Diese sind vermutlich auch direkt im Fernsehen mit seinen hohen Gagen gelandet und haben die mühsame Stufe als "Theaterschauspieler" übersprungen. Denn im Theater muss schließlich noch deutlich und akzentuiert gesprochen werden. Ob eine schludrige Sprache den Anschein von Authentuzität vermitteln soll, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass ich es mehr als störend und ärgerlich empfinde, wenn ich einer Handlung mangels Verständnis nicht mehr folgen kann,
e.wolz 07.10.2019
5. Tonproblem
Die Verständlichkeit/Tonproblem ist ein immer wieder auftauchendes Ärgernis bei TV Produktionen. Entweder schludern die Schauspieler oder/und die Tontechnik/Tonregie wird nicht so ernst genommen!
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