Vorwürfe zu legendärem Interview BBC präsentiert handschriftliche Notiz von Diana

Vor 25 Jahren erschütterte Diana das britische Königshaus mit einem ungewöhnlich offenen Interview. Die BBC ist allerdings dafür in die Kritik geraten. Eine Notiz der verstorbenen Prinzessin soll den Sender entlasten.
Prinzessin Diana: 1995 erschütterte ein ungewöhnlich offenes Interview mit "Lady Di" das englische Königshaus

Prinzessin Diana: 1995 erschütterte ein ungewöhnlich offenes Interview mit "Lady Di" das englische Königshaus

Foto: John Giles / dpa

In einem legendären Interview hat Prinzessin Diana 1995 in der BBC über das englische Königshaus ausgepackt. Für die britische Fernsehanstalt war das historische Gespräch ein echter Scoop. Millionen Menschen weltweit verfolgten die Ausstrahlung damals. Dann allerdings wurden Vorwürfe darüber laut, wie das Interview entstanden sei.

Ein Redakteur soll sich das Interview mit der Prinzessin auch mithilfe falscher Dokumente verschafft haben. Nun wird der Fall neu untersucht, und die BBC hat eine entlastende handschriftliche Notiz der Verstorbenen präsentiert.

Die Prinzessin habe darin festgehalten, dass gefälschte Dokumente keine Rolle für ihre Entscheidung gespielt hätten, dem Sender ein Interview zu geben, hieß es am Freitagabend von der BBC. Der Sender veröffentlichte allerdings keine Fotos oder Kopien von der Notiz.

"Nachdem die BBC eine unabhängige Ermittlung angekündigt hat, ist die handschriftliche Originalnotiz der Prinzessin nun wiedergefunden worden", hieß es in einem Statement des Senders. Man habe sie an die zuständigen Ermittler weitergereicht. Ergebnisse der Untersuchung sollten zeitnah veröffentlicht werden.

Mit dem Interview hatte die 1997 tödlich verunglückte Prinzessin Diana vor 25 Jahren die britische Monarchie erschüttert. Mehr als 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit am Fernseher, wie sie ungewöhnlich offen über die Untreue ihres Gatten Prinz Charles und ihre eigenen psychischen und gesundheitlichen Probleme sprach. Die Queen zeigte sich danach Berichten zufolge empört darüber, dass ihre Schwiegertochter die Eignung von Charles für den Thron anzweifelte.

Dianas Bruder, Charles Spencer, wirft dem Journalisten Martin Bashir allerdings vor, sich das Interview mit seiner Schwester damals mit unlauteren Methoden – etwa gefälschten Kontoauszügen – verschafft zu haben. Diese sollten demnach den Eindruck erwecken, Menschen wären dafür bezahlt worden, Informationen über Diana preiszugeben. Man nehme die Vorwürfe "sehr ernst", sagte kürzlich BBC-Chef Tim Davie.

asc/dpa
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