Raubkunst Gestohlenes Gemälde im Fernsehen aufgetaucht

Sieh an: Ein wertvolles Raubkunstgemälde wurde zufällig im Bayerischen Fernsehen gezeigt. Sein letzter bekannter Besitzer war Adolf Hitler. Nun sucht das Bayerische Landeskriminalamt den gegenwärtigen Eigentümer.
Francken-Gemälde "Die Bergpredigt (Paulus in Lystria)": Besitzer gesucht

Francken-Gemälde "Die Bergpredigt (Paulus in Lystria)": Besitzer gesucht

Foto: A9999 Lka-Bayern/ dpa

München/Hamburg - Das Gemälde "Die Bergpredigt (Paulus in Lystria)" von Frans Francken der Jüngere wurde bereits am 15. November 2008 in der Sendung "Kunst & Krempel" des Bayerischen Rundfunks (BR) gezeigt, wie das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch in München bekannt gab. In der bekannten Sendereihe wurde das Kunstwerk renommierten Experten zur Beurteilung vorgelegt.

Diese bestätigten die Echtheit und den großen Wert des Bildes - Schätzungen zufolge über 100.000 Euro. Der flämische Maler Frans Francken d.J. gehörte einer der wichtigsten Malerdynastien des 17. Jahrhunderts an.

Erst im April 2009 meldete sich ein Münchner Zuschauer und teilte dem LKA mit, dass es sich seiner Meinung nach um Raubkunst handele. Die Ermittlungen wurden daraufhin sofort eingeleitet.

Seit April 1945 verschollen

Das 33 mal 79,5 Zentimeter große Bild wurde vermutlich gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus dem so genannten Führerbau am Münchner Königsplatz, einem ehemaligen Repräsentationsgebäude Adolf Hitlers, entwendet.

Das Gemälde sei damals vermutlich zur Ausstattung eines neuen Linzer Museums vorgesehen gewesen und konnte vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen nicht rechtzeitig in ein Sicherheitsdepot gebracht werden, fand die LKA-Fachdienststelle für Kunstdiebstahl heraus. Seit April 1945 galt das Bild als verschollen.

Die Polizei sucht nun den gegenwärtigen Besitzer. Alle Versuche der LKA und der Staatsanwaltschaft München I beim BR Informationen darüber zu erhalten, seien laut Aussage der Beamten gescheitert.

Der Sender habe die Person nicht nennen wollen, die das Bild damals den Schätzern vorgelegt hatte, und verwies auf das journalistische Zeugnisverweigerungsrecht.

rox/dpa
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