Urheberrecht verletzt Rechtsextremes »Compact«-Magazin darf Heft zu »Babylon Berlin« nicht mehr verkaufen

Ein Gericht verbietet dem »Compact«-Magazin den Vertrieb eines Hefts zur Erfolgsserie über die Zwanzigerjahre. Der Herausgeber wittert Zensur – besitzt aber keine Bildrechte.
»Babylon Berlin«-Stars Volker Bruch und Liv Lisa Fries: »Compact« druckte Fotos von ihnen, ohne die Rechte daran zu besitzen

»Babylon Berlin«-Stars Volker Bruch und Liv Lisa Fries: »Compact« druckte Fotos von ihnen, ohne die Rechte daran zu besitzen

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Frederic Batier/ dpa

Das rechtsextreme »Compact«-Magazin darf eine Sonderausgabe zur ARD-Fernsehserie »Babylon Berlin« nicht mehr verkaufen. Das entschied das Landgericht Berlin per einstweiliger Verfügung. Das Magazin, das der Verfassungsschutz als »gesichert extremistisch« einstuft, hatte ein Spezialheft zur Erfolgsserie herausgebracht, in dem es angeblich »historische Hintergründe der großen Kult-Serie« zu lesen gab. Zuerst hatte die »Süddeutsche Zeitung«  über das Urteil und den Fall berichtet.

Das Magazin bediente sich bei Pressebildern, die allerdings nur eine beschränkte Nutzungserlaubnis hatten. Außerdem druckte »Compact« unter anderem auch ein Nacktbild der Schauspielerin Liv Lisa Fries, das offenbar aus einem Trailer für die vierte Staffel der Serie kopiert war. Es war wohl nicht das einzige Bild, das ohne die entsprechenden Rechte gedruckt wurde.

Die Produktionsfirma der Serie, X-Filme, schickte dem Magazin eine Abmahnung, die dieses allerdings nicht unterschrieb. Also zog die Firma vor Gericht. Das Landgericht entschied nun: Da das Magazin die Rechte an den Bildern nicht besaß, darf das Heft nicht mehr verkauft werden.

»Es handelt sich hier aber nicht, wie vom ›Compact‹-Magazin mehrfach behauptet, um Zensur.«

Produktionsfirma X-Filme

Was für das Gericht ein Fall von verletzten Urheberrechten ist, nennt »Compact«-Chef Jürgen Elsässer einen »schweren Schlag für die Pressefreiheit«, er bittet nun um Spenden, weil ein Schaden von 60.000 Euro entstanden sei. Die Printausgabe des Sonderhefts sei zwar vollständig verkauft, doch weil man das Cover auch in anderen Heften bewarb, dürfe man diese Hefte nun auch nicht mehr verkaufen.

Die Produktionsfirma X-Filme widerspricht ebenfalls der Behauptung, es handle sich um Zensur: »Es handelt sich hier aber nicht, wie vom ›Compact‹-Magazin mehrfach behauptet, um Zensur, sondern um die Untersagung auf Basis einer Rechtsverletzung«, teilte X-Filme auf SPIEGEL-Anfrage mit. Man distanziere sich allerdings weiterhin ausdrücklich von den Inhalten des Magazins im Allgemeinen.

feb/has
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