"Tote tragen keine Karos" Regisseur und Comedian Carl Reiner stirbt mit 98

Ob als Autor, Darsteller oder Regisseur: Carl Reiner schrieb Comedygeschichte. Jetzt ist der Mann hinter der "Dick Van Dyke Show" und "Tote tragen keine Karos" im hohen Alter verstorben.
Carl Reiner bei einem Auftritt 2007

Carl Reiner bei einem Auftritt 2007

Foto: Mark Mainz/ Getty Images

Er war eine der prägenden Gestalten der US-Comedyszene, erfand den Sitcom-Klassiker "The Dick Van Dyke Show" und inszenierte die Kinokomödie "Tote tragen keine Karos". Im Alter von 98 Jahren ist der Schauspieler, Comedian und Regisseur Carl Reiner jetzt zu Hause in Beverly Hills eines natürlichen Todes gestorben. Das gab seine Assistentin Judy Nagy bekannt. Reiner war auch der Vater von Regisseur Rob Reiner ("When Harry Met Sally", "Stand By Me").

Carl Reiner wurde in der Bronx geboren. Schon früh trat er in Shakespeare-Stücken auf. Als er im Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde und Unterhaltungsshows zur Stärkung der Truppenmoral entwickeln sollte, wandte er sich jedoch komödiantischem Material zu. Nach dem Krieg kehrte er in seine Heimatstadt New York zurück, wo er zunächst in verschiedenen Musicals am Broadway auftrat.

Dick van Dyke und Michele Lee in der von Carl Reiner produzierten "Dick Van Dyke Show" (1969)

Dick van Dyke und Michele Lee in der von Carl Reiner produzierten "Dick Van Dyke Show" (1969)

Foto: ddp images

In den Fünfzigerjahren wurde er dann vom Fernsehen abgeworben und war sowohl als Schauspieler als auch als Autor für die Sketchshow "Your Show of Shows" tätig. Dort traf er auch auf den Komiker Mel Brooks, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Mit der Comedy "The Dick Van Dyke Show" wurde Reiner dann endgültig berühmt - nicht, wie ursprünglich vorgesehen, als Hauptdarsteller, sondern als Autor und Produzent sowie in der Nebenrolle des Alan Brady.

Für seine Arbeit als Autor und Produzent wurde Reiner mehrfach mit dem Emmy ausgezeichnet. Als er drei Jahrzehnte später wieder als Alan Brady in der Sitcom "Verrückt nach dir" auftrat, gab es auch einen Emmy für sein Schauspiel.

Carl Reiner mit George Clooney in "Ocean's 13" von 2007

Carl Reiner mit George Clooney in "Ocean's 13" von 2007

Foto: ddp images

Auch als Regisseur setze sich Reiner später durch. So gehören seine Kollaborationen mit Steve Martin, darunter "Reichtum ist keine Schande" und "Tote tragen keine Karos", zu seinen größten Erfolgen. Nach längerer Untätigkeit in den Achtzigerjahren nahm Reiner schließlich auch wieder die Schauspielerei auf und war unter anderem in der "Ocean's"-Trilogie sowie in den Serien "Ally McBeal", "Two and a Half Men" und "Hot in Cleveland" zu sehen.

Sein letzter Auftritt war 2019 als Synchronstimme in "Toy Story 4" für eine Figur, die nach ihm selbst benannt war: Carl Reineroceros.

hpi/Reuters