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23. Dezember 2015, 16:26 Uhr

TV-Remake

RTL-Winnetou darf nicht Winnetou heißen

Wo "Winnetou" draufsteht, muss auch Winnetou drin sein: Der Karl-May-Verlag hat sich vor Gericht gegen die RTL-Verfilmung unter den Originaltiteln durchgesetzt. Die Dreharbeiten hatten schon im August begonnen.

Juristische Schlappe für RTL: Drei geplante "Winnetou"-Filme des Privatsenders dürfen nicht unter den ursprünglich vorgesehenen Titeln ausgestrahlt werden. Das hat das Landgericht Nürnberg-Fürth entschieden. Die Neuauflagen dürfen demnach nicht "Winnetou und Old Shatterhand", "Winnetou und der Schatz im Silbersee" oder "Winnetous Tod" heißen.

Der Bamberger Karl-May-Verlags hatte gegen die Produktionsfirma der Filme geklagt. Die Begründung: Die Handlung in den vorgelegten Drehbüchern weiche zum Teil massiv von den Romanvorlagen Karl Mays ab. Der Verlag hatte sich deshalb auf sein Titelschutzrecht berufen.

Der Argumentation folgte das Gericht. Die geplanten Filme würden sich so stark von den Romanvorlagen unterscheiden, dass nicht mehr von deren Verfilmung gesprochen werden könne. Es bestünden bei Benutzung der Titel deshalb eine Verwechslungsgefahr und damit ein Unterlassungsanspruch des Verlags, hieß es in dem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist.

Den RTL-Drehbüchern zufolge lebte etwa Old Shatterhand abweichend vom Original als Farmer auf dem Land der Apachen. Die Dreharbeiten hatten bereits Mitte August in Kroatien begonnen, dort, wo auch die Kinofilme der Sechziger gedreht wurden.

Bereits Mitte Dezember hatte Regisseur Philipp Stölzl bei einem Set-Termin in Köln auf die neue Richtung der Filme verwiesen: Es gehe um den Austausch von Werten und eine "völlige Neuinterpretation des Winnetou-Mythos". Stölzl erläuterte: "Das Herzstück der Winnetou-und-Old-Shatterhand-Geschichte ist: zwei Männer, die aus sehr unterschiedlichen Kulturen mit ganz unterschiedlichen Werten kommen und die besten Freunde aller Zeiten werden."

Erst vor wenigen Monaten hatte der Sender die Besetzung für die Filme bekannt gegeben: Nik Xhelilaj sollte den Apachen-Häuptling spielen. Der 32-jährige Albaner war bislang vor allem im heimischen und im türkischen Fernsehen zu sehen. Lediglich durch seine Hauptrolle in dem Film "Der Albaner" aus dem Jahr 2010 machte er in Deutschland auf sich aufmerksam.

In den Sechzigerjahren hatte Pierre Brice in zahlreichen Kinofilmen den "Winnetou" gespielt. Der im Juni verstorbene Brice wurde dadurch für viele Deutsche zum Inbegriff des Indianers. Noch heute werden die Filme gern im Fernsehen wiederholt und sind auch jüngeren Generationen bekannt.

vks/dpa/AFP

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