Streit über Auslandssender Russland erwägt rechtliche Schritte gegen BBC

Die russische Medienaufsicht leitet Untersuchungen gegen die BBC ein. Zuvor hatte die britische Medienaufsicht dem Sender Russia Today mit Sanktionen gedroht.

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Am Donnerstag gab das britische Office of Communications (Ofcom) bekannt, dass Russia Today im letzten Jahr mehrmals gegen das Gebot der Überparteilichkeit verstoßen habe. Die Medienaufsichtsbehörde bezog sich dabei auf Berichte des Senders über die Giftanschläge auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julija, die im März und April dieses Jahres ausgestrahlt worden sind. Nun werden von Ofcom Sanktionen gegen den russischen Sender erwogen.

Russia Today wird vom Kreml finanziert. Der Sender stellt den russischen Staat betreffende Themen positiv im Ausland dar. Medienkritiker sehen den Sender als Propagandainstrument von Wladimir Putin.

Die Vorwürfe der britischen Medienwächter wurden von Verantwortlichen von Russia Today als unberechtigt zurückgewiesen. Das Office of Communications habe Einwände und Erklärungen des Senders nicht zur Kenntnis genommen.

Russland reagierte nach der Ofcom-Ankündigung mit Gegensanktionen. Die russische Medienaufsicht Roskomnadsor kündigte am Freitag an, die in Russland empfangbaren BBC-Programme und abrufbaren Homepage-Inhalte prüfen zu lassen, ob sie konform gehen mit den russischen Gesetzen.

cbu/Reuters



insgesamt 8 Beiträge
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Axel Schön 21.12.2018
1. tit for tat...
So hieß das in unserem Schulbuch Englisch - Gleiches mit Gleichem vergelten, stupide, kindisch und unwürdig - Kindergarten halt! Nach dem Motto: Ihr dürft uns nicht öffentlich sagen, dass wir schummeln, sonst behaupten wir das Gleiche bei Euch - egal ob es den Tatsachen entspricht - wenigstens suchen wir schon mal nach Gründen um Euch auch gehörig an´s Bein zu pinkeln... Also, ich hatte noch nie wirklich größeren Respekt vor den Repräsentanten und Institutionen der Mächte, aber das ist nun wirklich ein Possenspiel allererster Güte! Wie albern.
LeonLanis 21.12.2018
2. Der Vorwurf,
RT habe über den Fall Skripal nicht "überparteilich" berichtet (gemeint ist wahrscheinlich "unparteiisch"), mutet angesichts der Berichterstattung der gesamten EU-Medien skurril an. Dort ist ebenso wenig unparteiisch berichtet worden. Offensichtliche Widersprüche in dem offiziellen britischen Narrativ (z.B. der nicht passende Zeitablauf, der Eintritt der Vergiftungserscheinungen erst nach mehreren Stunden usw.) sind zumindest von den größeren deutschen Medien nicht einmal thematisiert worden. Stattdessen wurde der Informationskrieg gegen Russland unterstützt. Und nun soll offenbar RT zensiert werden, ebenso wie es in Frankreich und in den USA geplant ist. Ist das Pressefreiheit? Es ist die Einschränkung der Pressefreiheit. Das sollte festgehalten werden.
Neophyte 21.12.2018
3. Schaltet RT endlich ab
Ich verstehe schon lange nicht wieso der Kremlsender RT in Europa überall empfangbar ist. Der Sender hat allein die Aufgabe russische Propaganda in westliche Wohnzimmer zu tragen. Die BBC Sender kann Russland dann gerne bei sich abschalten, da fehlt es sowieso an dem nötigen Demokratieverständnis in dem Land mit dem Bruttoinlandsprodukt von Australien bei 6x so vielen Einwohnern.
rainerb 21.12.2018
4. Deutsche Welle
Macht euch mal den Spaß, die deutsche Welle im Ausland zu hören. Das ist schon für einen Deutschen peinlich, was da für absurde Propaganda verbreitet wird. Die nehmen sich alle nichts. Solange diese Witzfiguren, die sich Politiker nennen, sich um so einen Kindergartenkram kümmern, stellen sie wenigstens keinen größeren Schaden an. Frohes Fest!
simpliciussimplex 21.12.2018
5.
@LeonLanis: Nein, es ist schon überparteilich gemeint - und leider zeugt der Rest Ihres Beitrags ein ähnliches Bildungsniveau. Leute, die nachweislich Lügen verbreiten und dazu noch staatliche Systemmedien sind darf man verbieten, das hat dann mit Zensur nichts zu tun. Sie sollten wohl an für sich mehr recherchieren und weniger Unsinn verbreiten. Ihr Beitrag könnte ja von RT sein - peinlich...
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