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"Sailor Moon Crystal": Die Kriegerin für Liebe und Gerechtigkeit

Foto: Naoko Takeuchi/ PNP/ Kodansha/ Toei Animation

"Sailor Moon Crystal" im Stream Die Kriegerin ist zurück

Haltet eure Mondsteine fest! Die Kriegerin im Matrosenkleid kämpft in "Sailor Moon Crystal" nach über 20 Jahren wieder für Liebe und Gerechtigkeit. Vor der Premiere im Pay-TV streamt SPIEGEL ONLINE die erste Folge kostenlos.

Mondstein, Zauber-Tiara und Verwandlungsbrosche: Vor über 20 Jahren blitzten bei diesen Wörtern weltweit die Augen von Millionen von Teenagern auf. Sie waren feste Bestandteile, nein, unverzichtbare Accessoires von "Sailor Moon", der wohl erfolgreichsten Anime-Serie aller Zeiten.

Damals faszinierte die japanische Produktion vor allem durch ihr Frauenbild - Titelheldin Sailor Moon und ihre Freundinnen hatten so gar nichts gemeinsam mit Walt Disneys Prinzessinnen, die damals noch einsam auf ihren Prinzen warteten. Und heute? Bietet die Neuauflage "Sailor Moon Crystal" die Möglichkeit zum Abgleich, wie viel Revolution noch in der Serie steckt.

Die erste Folge beginnt gewohnt nach dem Intro so: "Hallo, ich heiße Usagi Tsukino. Ich bin 14 Jahre alt und in der achten Klasse. Ich weiß, dass ich ein bisschen tollpatschig bin und manchmal auch eine Heulsuse." Aber Usagi ist eben auch die Inkarnation einer Prinzessin aus dem Mondkönigreich, das vor 1000 Jahren zerstört wurde. Das weiß sie nur zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Sie trifft auf Luna, eine sprechende schwarze Katze mit Halbmond auf der Stirn. Dank einer Brosche, die Luna ihr schenkt, kann sich Usagi in eine Version ihres früheren Selbst verwandeln - in Sailor Moon eben. Als diese muss sie gegen das Dunkle Königreich kämpfen.

Moon Prism Power Make-up

In 26 Folgen, die eine originalgetreue Adaption der preisgekrönten Manga-Reihe der japanischen Zeichnerin Naoko Takeuchi sind, war "Sailor Moon Crystal" 2014 in Japan erst im Netz, dann im TV zu sehen. Statt technoidem Blümchen-Sound ist im Vorspann jetzt J-Pop von der Girlband Momoiro Clover Z. zu hören.

Auch visuell wurde ein wenig nachgeholfen und das Tempo leicht angehoben. Die Elemente, die die Serie in den Neunzigerjahren so populär machte, sind in der Neuauflage jedoch alle erhalten: Nach wie vor bietet "Sailor Moon" viel Identifikationspotenzial - und das geschlechterübergreifend. Die Botschaft: Es ist okay, wenn du nicht perfekt bist. Usagi, die Heldin, ist ungeschickt, weint ständig, hasst die Schule. Sie ist faul, launisch und hat die ganze Zeit Hunger. Vor allem aber hat sie Angst vor Monstern. Dank der Hilfe Lunas, die als moralisches Gewissen agiert, schafft sie es jedoch immer, die Welt zu retten - erst alleine, später mit den anderen wiedergeborenen Kriegerinnen.

Bereits in "Akt 1" muss Usagi als Sailor Moon ein Monster der dunklen Seite der Macht besiegen. Ein mysteriöser blonder Mann hat es aus dem Boden erschaffen, damit es für ihn Energie sammelt. Als Sailor Moon und die Dämonin aufeinandertreffen, fragt sie "Und wer bist du?" - "Ich bin die hübsche Kriegerin im Matrosenkleid. Sailor Moon", antwortet die Heldin. "Sailor Moon? Kenne ich nicht, hab ich nie was von gehört."

Dieser selbstreferenzielle Humor ist der Kern der Serie. So zockt Usagi in der Spielhalle das Game "Sailor V". Die Heroine im Spiel sieht genauso aus wie Usagi selbst und kämpft ebenfalls gegen das Böse. Nicht ganz unironisch muss Usagi auch, um sich zu verwandeln, die Formel "Moon Prism Power Make-up" (auf Deutsch in etwa "Mond Prisma Kraft Make-up") aufsagen. Hier wird mit den Codes von Weiblichkeit gespielt, um sie dann wieder zu brechen.

Nach über 20 Jahren kämpft Sailor Moon wieder für Liebe, Freundschaft und Gerechtigkeit. Das Schicksal der Welt liegt in den Händen der Kriegerin im Matrosenkleid. Sie hat die Macht - immer noch.

Bevor der Pay-TV-Sender Animax  die Serie ab dem 31. Januar um 19.25 Uhr als Deutschlandpremiere zeigt, können Sie sich bei SPIEGEL ONLINE vorab einen Eindruck verschaffen: Bis Sonntag können Sie hier die erste Folge kostenlos im Stream sehen.

ipp
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