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ARD-Drama: Schlechte Quote für Kundus-Film

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Brisanter Fernsehfilm Nur zwei Millionen Zuschauer sahen Kunduz-Drama

Mehr als hundert Menschen starben vor vier Jahren bei einem Angriff auf zwei Tanklaster in Kunduz. Der blutigste deutsche Militäreinsatz seit 1945, eigentlich ein Aufreger. Doch die Quote für das ARD-Doku-Drama "Eine mörderische Entscheidung" fiel erschreckend mau aus.

Hamburg/Berlin - Es war eine Produktion, die gegen viele Widerstände durchgeboxt werden musste: Das Doku-Drama "Eine mörderische Entscheidung" erzählt die Geschichte der blutigsten deutschen Militäraktion seit dem Zweiten Weltkrieg. Mehr als hundert Menschen starben am 4. September 2009, als zwei Bomben auf einen Tanklaster in Kunduz niedergingen. Ein hochbrisantes Fernsehstück, bei dessen Entstehung die Bundeswehr konsequent gemauert hat.

Doch der von der Kritik gefeierte Fernsehfilm hat die Erwartungen bei seiner Ausstrahlung am Mittwochabend in der ARD nicht erfüllt. Nur 2,17 Millionen Zuschauer sahen das Drama über das von Bundeswehr-Oberst Georg Klein befohlene Bombardement. Das entspricht einem Marktanteil von lediglich 7,9 Prozent. Auf Arte hatten am vergangenen Freitag 670.000 Zuschauer die Fernsehpremiere gesehen.

Nach der Ausstrahlung in der ARD am Mittwoch diskutierte Anne Will mit ihren Gästen über die Entscheidung von Oberst Klein. Zum Talk geladen waren unter anderem der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour, der Autor und Publizist Jürgen Todenhöfer und der ehemalige Nachrichtenoffizier in Afghanistan, Marc Lindemann. Auch für die Diskussion über das Thema interessierten sich nur wenige Zuschauer: 1,93 Millionen Menschen sahen sich den Talk an. Das entspricht einem Marktanteil von 8,6 Prozent.

Erstaunlich gut verlief dagegen der Start von "Under The Dome" auf ProSieben. Die Serie nach Stephen Kings Roman "The Arena", in der eine US-Kleinstadt unter einer Art unsichtbarer Käseglocke verschwindet, sahen 3,14 Millionen Zuschauer. Der Sender sicherte sich damit einen Marktanteil von 12,3 Prozent. Auch der für die Privatsender wichtige Marktanteil in der Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer lag mit 23,1 Prozent überdurchschnittlich hoch.

kha/dpa
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