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"Tagesthemen": ARD denkt über Dreigespann nach

Foto: Kay Nietfeld/ picture-alliance/ dpa

Spekulationen um Buhrow-Nachfolge ARD will "Tagesthemen"-Moderator einfliegen

Es wäre eine teure Lösung für die "Tagesthemen": Die ARD plant laut "Tagesspiegel", die Buhrow-Nachfolge aufzuteilen. Neben Caren Miosga sollen Ingo Zamperoni und Thomas Roth moderieren - der käme regelmäßig per Interkontinentalflug aus New York.

Am Sonntag wird sich Tom Buhrow von den "Tagesthemen" verabschieden - vielleicht ja mit seiner typischen Catchphrase "Morgen ist ein neuer Tag." Unklar ist kurz vor seiner letzten Sendung allerdings, wer sein Nachfolger auf diesem Posten wird.

Laut einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" ist offenbar eine Doppellösung für die Nachfolge angedacht . Zwei Moderatoren könnten künftig im Wechsel mit Caren Miosga die Sendung präsentieren. Im Gespräch sind Ingo Zamperoni, derzeit Moderator des "Nachtmagazins" und Aushilfs-Anchorman der "Tagesthemen", und ARD-New-York-Korrespondent Thomas Roth.

Zamperoni, 39, gilt als kompetent und ist beliebt beim Publikum. Nachrichtenveteran Thomas Roth - seit 2008 ARD-Korrespondent in New York, davor unter anderem Studioleiter in Moskau und Chef des Hauptstadtstudios in Berlin - ist einer der renommiertesten Fernsehjournalisten der ARD. Der 61-Jährige könnte auf diesem Posten seine Karriere ausklingen lassen.

Aber offenbar gefällt ihm sein Posten in den USA sehr gut. Und so soll ihm nach Informationen des "Tagesspiegels" angeboten worden sein, beide Jobs parallel zu machen. Das heißt, Roth müsste für seine "Tagesthemen"-Woche eingeflogen werden. Ob das bei den derzeit eher schlechtgelaunten Gebühren- bzw. Haushaltsabgabenzahlern gut ankommt, ist fraglich. Ähnlich verfährt allerdings auch das "heute-journal": Moderator Christian Sievers wird für seine rund 30 Sendungen im Jahr aus Tel Aviv eingeflogen, wo er als Korrespondent arbeitet.

Dazu kommt, dass manche Kommentatoren - so beim Mediendienst Meedia - hinter der Personalie politische Gründe wittern:  Es gehe allein um den Proporz. Der WDR habe laut ungeschriebenem Gesetz als größte und mächtigste Sendeanstalt das Recht, den Posten bei den "Tagesthemen" zu vergeben. Und da man dem NDR nicht allein das Feld überlassen wolle - Caren Miosga und Ingo Zamperoni, der vielen als natürlicher Nachfolger Buhrows gilt, sind NDR-Gewächse -, solle also der angesehene WDR-Mann im Wechsel mit Zamperoni ran.

Die ARD wollte sich auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE zur Buhrow-Nachfolge und zum Artikel des "Tagesspiegels" nicht äußern. "Wann die Intendantinnen und Intendanten über die Buhrow-Nachfolge entscheiden werden, steht noch nicht fest", sagte eine ARD-Sprecherin. Solange gelte die Aussage der ARD-Vorsitzenden Lutz Marmor, der Ende Mai gesagt hatte: "Wir werden das mit der gebotenen Eile, aber auch mit der nötigen Sorgfalt prüfen."

Auch interessant: Die Verhandlungen mit Roth führt laut "Tagesspiegel" ausgerechnet der scheidende "Mister 'Tagesthemen'" und designierte WDR-Intendant Tom Buhrow.

seh/dpa