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Stefan Raab: Mr. Einfach Alles

Foto: Markus_Beck/ picture-alliance / dpa

"TV total"-Star Stefan Raab hört auf

Seit 16 Jahren ist er mit "TV total" auf Sendung - Stefan Raab erfand damit eine der beliebtesten deutschen Fernsehshows. Jetzt gab der Sender ProSieben bekannt: Ende 2015 ist Schluss.

Der Fernsehmoderator Stefan Raab beendet nach 16 Jahren bei ProSieben seine TV-Karriere. Das teilte der Sender am Mittwochabend via Twitter mit. Demnach läuft Ende 2015 die letzte Ausgabe von "TV total".

ProSieben überhäufte den Entertainer nach seiner Entscheidung mit Anerkennung: "Danke Stefan Raab für 16 Jahre voller magischer TV-Momente. Danke. Danke."

Wolfgang Link, ProSieben-Senderchef und Vorsitzender der Geschäftsführung der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH, erklärte: "Mit Stefan Raabs Entschluss, seine TV-Karriere zu beenden, geht eine TV-Ära zu Ende." Raab habe ProSieben und das deutsche Fernsehen geprägt. "Er hat uns viele neue Shows und unzählige magische Momente geschenkt."

Raab moderiert das Format bereits seit 1999, seit 2001 viermal die Woche. Damit ist "TV total" die am längsten existierende Late-Night-Show im deutschen Fernsehen. 2180 Folgen hat der 48-Jährige in Köln-Mühlheim bereits produziert.

Raab-Interview (1998): "Kann mir nicht vorstellen, mit 50 noch Fernsehen zu machen"

Ein Auftritt bei Raab war wichtig für die Musik-, Film- und Werbebranche, teilweise erreichte ProSieben damit Marktanteile von bis zu 60 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen.

Der Entertainer war ein Multitalent, was er anfasste, gelang: Raab moderierte, komponierte, produzierte. Und ging mit Spin-Offs wie die "Wok-Weltmeisterschaft", "Schlag den Raab" oder "Das große TV total Turmspringen" auf Sendung.

Nebenbei etablierte er die Guerilla-Comedy: Raab ging irgendwo hin, hielt die Kamera drauf, war witzig. Er überfiel Rudi Carrell in seiner Garderobe, störte die Band Echt beim Konzert, crashte Fernsehshows. "TV total", das war mal Gesprächsstoff in Büros und auf Schulhöfen.

Verkommen zu lieblos produziertem Stück Fernsehschrott

Doch zuletzt machte sich Kritik am Format breit: Heute sei "TV total" nur noch so lustig wie die "Tageschau", schrieb Jonas Leppin nach einer Woche "TV total" im Selbstversuch, die Sendung nur noch ein lieblos produziertes Stück Fernsehschrott.

Offenbar hat nun auch das Mastermind selbst ein Einsehen. "Ich habe mich entschlossen zum Ende dieses Jahres meine Fernsehschuhe an den Nagel zu hängen", erklärte Raab in einer gemeinsamen Presseerklärung mit ProSieben. Der Sender habe ihm eine mehrjährige Vertragsverlängerung angeboten. Dennoch habe er seine Entscheidung nach reiflicher Überlegung und mit Überzeugung getroffen.

Nach den derzeit laufenden drei Monaten Sommerpause kommt Raab mit "TV total" bis zum Ende des Jahres noch mal ins deutsche Fernsehen. Da bieten sich mehr als ein Dutzend Chancen, nach 16 Jahren noch einen beeindruckenden Abgang hinzulegen. Wahrscheinlich ist er aber auch anschließend noch für Überraschungen gut. Auf Twitter gibt es schon Vorschläge für seine weitere Karriere.

sun/dpa