Streaming Spielberg entwickelt Horrorserie, die nur nachts gesehen werden kann

Quibi, der als "Netflix fürs Smartphone" beworbene neue Streamingdienst, hat seinen ersten Coup. Steven Spielberg entwickelt eine Horrorserie für das Mobilangebot. Der Clou: Sie ist nur nach Sonnenuntergang verfügbar.

Steven Spielberg: "eine supergruselige Geschichte"
DPA

Steven Spielberg: "eine supergruselige Geschichte"


Steven Spielberg verstärkt seinen Einsatz im Streaming-Geschäft: Nach der Anthologie-Serie "Amazing Stories", die er für Apple TV Plus entwickelt, hat er schon das nächste Serienprojekt am Start. Für den neuen Streamingdienst Quibi, der Anfang April 2020 starten soll, schreibt der Regisseur an einer Horrorserie namens "Spielberg's After Dark". Das berichtet der Branchendienst "Variety".

Quibi, eine Abkürzung für Quick Bits (etwa: Kleine Happen), soll hauptsächlich Kurzformate im Angebot haben. Zu den Investoren gehören Disney, NBCUniversal sowie Sony, Viacom und WarnerMedia. Als "Netflix fürs Smartphone" beworben, sollen die Episoden der neuen Formate sieben bis zehn Minuten lang sein. "Eine dritte Generation von Filmnarrativen", so Gründer Jeffrey Katzenberg, werde hoffentlich entstehen.

Spielberg und Katzenberg gehören zu den Gründern des Filmstudios DreamWorks, dessen Animationssparte Katzenberg lange leitete. Spielberg sei zu ihm gekommen und habe gesagt, dass er eine supergruselige Geschichte habe, die er gern umsetzen wolle, erzählte Katzenberg beim Branchentreffen Banff World Media Festival. Fünf bis sechs Episoden habe Spielberg bereits geschrieben. Insgesamt soll "Spielberg's After Dark" aus zehn bis zwölf Kapiteln bestehen.

Da Quibi-Formate für das Smartphone entwickelt werden, konnte Spielberg eine besondere Auflage in Anspruch nehmen: Er wollte laut Katzenberg, dass sich die Serie nur nachts ansehen lässt. Quibi-Programmierer hätten daraufhin eine Uhr entwickelt, die je nach Standort des Users anzeigt, wann dort die Sonne komplett untergegangen und die Serie verfügbar ist. Wenn sich der Sonnenaufgang anbahnt, werde die Uhr die verbleibende Zeit anzeigen, in der die Serie noch zu sehen ist - um dann bis zum nächsten Sonnenuntergang zu verschwinden.

Ob und wie Quibi in Deutschland verfügbar sein wird, ist unklar. In den USA soll das Angebot mit zwei Preisen starten: 4,99 Dollar für den Dienst samt Werbung, 7,99 Dollar für ein werbefreies Angebot. Laut "Variety" sollen in der Startphase acht "super Premium"-Formate zum Abruf bereitstehen, danach sollen insgesamt 26 sogenannte Leuchttürme jeweils montags an den Start gehen.

hpi

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insgesamt 6 Beiträge
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hman2 11.06.2019
1. Wow! Sendezeiten sind jetzt "ein Clou"
Ich fasse es nicht. Erst wurde von vielen das Streaming als Alternative zum "seriellen TV" gefeiert, weil es den Abschied von Sendezeiten bedeutete. Und jetzt werden beim Streaming wieder Senderzeiten eingeführt, und SPON glaubt, das wäre "ein Clou" ??
Sleeper_in_Metropolis 11.06.2019
2. Nur nach Sonnenuntergang ?
Von der Idee her ja sehr originell, nur untergräbt das in der Praxis doch einen der großen Vorteile des nicht-linearen Fernsehens (wenn man bei diesen Smartphone-Filmchen von Fernsehen sprechen kann), nämlich gucken, wann und wo man möchte. Wobei ich vermute, das die Serie nach dem ersten Hype in der zweit- und drittverwertung dann doch wieder jederzeit anschaubar sein wird.
alex300 11.06.2019
3. Pfff.
Am Erscheinungstag (bzw Nacht) sind die "Leuchtturme" im Netz verfürgbar, herunterladbar, und bei jeder Tageszeit anschaubar. So what? Na ja. Hoffentlich, sind sie tatsächlich gruselig...
okrogl 11.06.2019
4. 10 Minuten
Ist das die Aufmerksamkeitsspanne der Smartphonesüchtigen? Aber länger hätte ich auch keine Lust auf so ein 5"-Display zu starren. Aber einen Nachteil des linearen Fernsehens (Sendezeit) als Feature zu bewerben, ist irgendwie lustig. ;)
roflxd 11.06.2019
5.
Zitat von Sleeper_in_MetropolisVon der Idee her ja sehr originell, nur untergräbt das in der Praxis doch einen der großen Vorteile des nicht-linearen Fernsehens (wenn man bei diesen Smartphone-Filmchen von Fernsehen sprechen kann), nämlich gucken, wann und wo man möchte. Wobei ich vermute, das die Serie nach dem ersten Hype in der zweit- und drittverwertung dann doch wieder jederzeit anschaubar sein wird.
Es handelt sich um eine Horror-Serie. Die schaut jeder normale Mensch nachts. Das Streamen von Horrorfilmen bei Tageslicht ist so sinnvoll wie das "Sonne tanken" in der Nacht.
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