Streit um »Weltspiegel«-Sendeplatz Namhafte Korrespondenten appellieren an die ARD

»Erstklassige Auslandsberichterstattung darf nicht zweitklassigem Bundesliga-Fußball geopfert werden«: Der Streit um den ARD-»Weltspiegel« geht in die nächste Runde. Nun melden sich namhafte Korrespondenten zu Wort.
Ute Brucker, Moderatorin des Weltspiegels: Streit um Sendeplatz

Ute Brucker, Moderatorin des Weltspiegels: Streit um Sendeplatz

Foto: Patricia Neligan / SWR

Unterschrieben wurde das Papier unter anderem von Sonia Seymour-Mikich, Claus Kleber und Fritz Pleitgen: Namhafte Journalistinnen und Journalisten, Korrespondentinnen und Korrespondenten haben in einem Brief an die Intendanten, Direktorinnen und Chefredakteure der ARD appelliert, man solle die »Auslandsberichterstattung nicht beschädigen«.

Hintergrund ist ein Streit um den Sendeplatz des »Weltspiegel«: Das traditionsreiche Auslandsmagazin, das politische, kulturelle und alltagsnahe Berichte von Reportern und Korrespondentinnen aus unterschiedlichen Ländern bündelt, soll offenbar vom prominenten Sendeplatz am Sonntagvorabend vor der »Tagesschau« auf Montagabend 22.50 Uhr verlegt werden. Das ging aus einer Stellungnahme der Redaktion der TV-Sendung hervor, in der sich vor einigen Tagen 45 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner »schockiert« zeigten über eine befürchtete Abwertung der Auslandsberichterstattung.

In dem aktuellen Schreiben heißt es nun: »Durch eine Beschädigung dieser Sendeplätze – oder gar deren Streichung – würde die ARD ihre Reputation als öffentlich-rechtlicher Sender selbst empfindlich beschädigen – und das in Zeiten einer erneuten Diskussion um die Legitimation dieses Rundfunks und die Gebührenakzeptanz. Auch aus diesen Gründen appellieren wir dringend, auf die bekannt gewordenen Programm-Änderungspläne zu verzichten. Auf jeden Fall muss der Weltspiegel einen Zuschauer-attraktiven Sendeplatz behaltet.« Und weiter: »Erstklassige Auslandsberichterstattung darf nicht zweitklassigem Bundesliga-Fußball geopfert werden.«

nga
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