Entschuldigungs-Post RTL-Reporterin schämte sich für »sauberes Oberteil« in Flutgebiet

Sie berichtete von den Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel und beschmierte sich vorher mit Schlamm, offenbar um zu dramatisieren. Nun hat sich RTL-Journalistin Susanna Ohlen zum Vorfall geäußert.
Moderatorin Susanna Ohlen: »Ich habe einen schwerwiegenden Fehler gemacht«

Moderatorin Susanna Ohlen: »Ich habe einen schwerwiegenden Fehler gemacht«

Foto: Henning Kaiser / dpa

Als Susanna Ohlen für den Sender RTL von den Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel berichtete, hatte sie Schlamm im Gesicht und auf ihrer Kleidung. Offensichtlich wollte sie damit den Eindruck erwecken, mit angepackt zu haben. Doch Videoaufnahmen zeigen, dass sich Ohlen selbst mit Schlamm beschmierte. Nun hat sie sich für ihr Verhalten entschuldigt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Instagram, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Auf Instagram schreibt sie: »Ich habe am Montag im Flutgebiet vor der Schalte für ›Guten Morgen, Deutschland‹ einen schwerwiegenden Fehler gemacht. Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert. Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung.«

Spenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe

Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hat eine enorme Hilfsbereitschaft ausgelöst. In den sozialen Netzwerken werden zahlreiche Spendenaufrufe geteilt – längst nicht alle sind seriös. Die Polizei Köln etwa warnte in einer Mitteilung  vor Betrugsdelikten in Zusammenhang mit dem Hochwasser. Man solle beim Spenden auf Einrichtungen und Organisationen setzen, die man persönlich kenne oder über die man sich ausreichend informiert habe.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat für die »Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands« eine Liste mit Adressen und Kontonummern von Organisationen zusammengestellt, die das DZI-Spendensiegel tragen.

Zudem gibt es in den betroffenen Landkreisen Ansprechpartner zum Thema Spenden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat auf seiner Website eine Liste der Landkreise mit weiteren Informationen und Telefonnummern aufgelistet.

(Mit Material der dpa)

Zuvor war ein anonymer Videoclip aufgetaucht, in dem Ohlen und ihr TV-Team zu sehen sind, wie sie inmitten von Schrott und Trümmern stehen und vermutlich auf den Beginn des Drehs warten. An einer Stelle bückt sich Ohlen, greift in eine Pfütze und verteilt den Dreck offenbar in ihrem Gesicht. Es entsteht der Eindruck, dass sie sich für die TV-Bilder bewusst dreckig gemacht hat, um persönlich betroffen zu wirken.

RTL hält die aus einem Haus heraus aufgenommenen Bilder für glaubwürdig und will den Vorwürfen intern weiter auf den Grund gehen. »Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt«, sagte am Donnerstag eine RTL-Sprecherin. Zuvor hatten »Bild«  und »tz«  berichtet.

Ohlen arbeitet auch als Moderatorin für das RTL-Magazin »Guten Morgen Deutschland«, wo der Beitrag aus den Flutgebieten ausgestrahlt wurde.

kha
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.