Toter in Polizeizelle Die ARD wiederholt "Tatort" zum Fall Oury Jalloh

Der Asylbewerber Oury Jalloh verbrannte 2005 in einer Dessauer Polizeizelle, jetzt steht wieder der Mordverdacht im Raum. Die ARD wiederholt deshalb am Freitag eine brisante "Tatort"-Folge zu dem Fall.

Szene aus der "Tatort"-Folge "Verbrannt"
NDR/ Alexander Fischerkoesen

Szene aus der "Tatort"-Folge "Verbrannt"


Bis heute sind die Todesumstände Oury Jallohs im Polizeigewahrsam nicht eindeutig geklärt. Der Mann aus Sierra Leone habe sich vor zwölf Jahren selbst angezündet, lautet eine von den Ermittlungsbehörden lange verfolgte These. Nun berichtet das WDR-Magazin "Monitor" unter Berufung auf Ermittlungsakten, dass ein Fremdverschulden wahrscheinlicher sei.

Der NDR hatte schon vor zwei Jahren einen extrem starken "Tatort" zu dem Fall vorgelegt (lesen Sie hier eine ausführliche Kritik). Dort wird der Fokus auf die verantwortlichen Polizeibehörde gelegt, die als verschlossene Gemeinschaft gegen die Bundespolizisten Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Katharina Lorenz (Petra Schmidt-Schaller bei ihrem letzten "Tatort-Auftritt) gezeigt wird.

Der Fall Jalloh wurde im "Tatort" fiktionalisiert und von Dessau in Sachsen-Anhalt in das NDR-Gebiet Niedersachsen verlegt. Viele Elemente des realen Falles wurden aber übernommen - bei der Ausdeutung ging es auch um offenen und latenten Rassismus in den Behörden. Aus gegebenen Anlass wiederholt die ARD nun auf dem Krimisendeplatz am späteren Freitagabend diesen hellsichtigen "Tatort".


"Tatort: Verbrannt", Freitag, 22.00 Uhr, ARD

cbu



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