Sonntagskrimi Mehr als zehn Millionen sahen Köln-"Tatort"

Die TV-Ermittler Ballauf und Schenck haben erneut das Fernsehpublikum gefesselt: Die Kölner "Tatort"-Episode über brutale Mittelstandskinder sahen am Sonntagabend mehr als zehn Millionen Zuschauer. Davon profitierte auch Talker Günther Jauch.

TV-Kommissar Ballauf (Klaus J. Behrendt) im "Tatort": Wieder hohe Quote
ARD

TV-Kommissar Ballauf (Klaus J. Behrendt) im "Tatort": Wieder hohe Quote


Hamburg/Berlin - Der Plot war ziemlich düster, doch die Fernsehnation ließ sich trotzdem begeistern: Der "Tatort" aus Köln hatte am Sonntagabend knapp 10,1 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil betrug nun 28,9 Prozent - und auch bei Twitter war die Resonanz groß. Schon der Kölner Krimi im Januar hatte eine Rekordquote erzielt.

Von der Beliebtheit der Episode "Ohnmacht" um die TV-Kommissare Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Schenk (Dietmar Bär) profitierte offenbar auch Günther Jauch: Seine Talkrunde sahen sich im Anschluss an den Fernsehkrimi 5,96 Millionen Zuschauer an, was einem Marktanteil von 20,9 Prozent entsprach. Laut dem Branchendienst DWDL erzielte die Sendung damit den bisherigen Jahresbestwert. Jauch diskutierte mit seinen Gästen über das Thema "Mein Kind ist ein Schläger - Ohnmächtig gegen Jugendgewalt?" - und knüpfte damit direkt an den "Tatort" an.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der ARD-Sonntagskrimi für Aufsehen gesorgt: Weil am Ende der Münchner Folge "Am Ende des Flurs" Kommissar Leitmayr niedergestochen am Boden liegt, brachen in den sozialen Netzwerken wilde Debatten aus. Der Bayerische Rundfunk sah sich schließlich genötigt, Entwarnung zu geben: Der Krimi aus München soll in aktueller Besetzung noch mindestens bis 2016 produziert werden.

mxw/dpa

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skeptiker81 12.05.2014
1.
Zitat von sysopARDDie TV-Ermittler Ballauf und Schenck haben erneut das Fernsehpublikum gefesselt: Die Kölner "Tatort"-Episode über brutale Mittelstandskinder sahen am Sonntagabend mehr als zehn Millionen Zuschauer. Davon profitierte auch Talker Günther Jauch. http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-aus-koeln-jauch-profitiert-von-hoher-zuschauer-quote-a-968850.html
War da nicht vor kurzem ein Artikel auf SPON, dass man den Quoten nicht vertrauen könne, da vor allem junge Menschen, die an der Quotenerhebung teilnehmen, sich nicht richtig an der Set-Top-Box anmelden würden?
zudummzumzum 12.05.2014
2. Es nervt!
Ich gebe es zu - auch ich habe mich anöden lassen und gehöre zu den 28,9% Ich habe die Schnauze gestrichen voll von psychopathischen Kommissaren, bei denen anscheinend nur der pure Zufall darüber entschieden hat, dass sie selbst fahnden und nicht zur Festnahme ausgeschrieben sind. Ist es wirklich um die Professionalität unserer Ermittler so schlecht bestellt? Gibt es denn keinen mehr mit einem intakten Familienleben, also jemanden, der auch mal zu Hause ankommt? Sind Depressionen und Alkoholprobleme Zugangsvoraussetzung zum gehobenen und höheren Polizeidienst? Oder ist unser Alltag dermaßen unspannend, dass sich dort dramaturgisch nichts rausholen lässt?
medley63 12.05.2014
3. Schockierend!
Zitat von sysopARDDie TV-Ermittler Ballauf und Schenck haben erneut das Fernsehpublikum gefesselt: Die Kölner "Tatort"-Episode über brutale Mittelstandskinder sahen am Sonntagabend mehr als zehn Millionen Zuschauer. Davon profitierte auch Talker Günther Jauch. http://www.spiegel.de/kultur/tv/tatort-aus-koeln-jauch-profitiert-von-hoher-zuschauer-quote-a-968850.html
Meine Güte. Wusste ich ja garnicht, dass deutsche Mittelschichtskinder so unfassbar brutal sein können. (Knieschlotter, knieschlotter) Werde also demnächst um mittelschichtige Einfamilien- und Reihenhausghettos mit kupierten Rasen im Vorgarten, wo Menschen wohnen, die mit Nachnahmen Schmidt, Meier, Hoppenstaedt oder Müller-Lüdenscheid und mit männlichen Vornamen Thorben, Malte, Felix oder Maximilian heissen, einen riesengroßen Bogen machen und meine Wohnung am Kollwitzplatz/Berlin-Prenzlauer Berg sofort kündigen und in den Wedding oder nach Moabit ziehen, wo alle meine Nachbarn einen Migrationshintergrund haben und aus der Unterschicht stammen, um mich wieder sicher und geschützt zu fühlen. Danke, danke, danke, also an die ARD, die mir mit diesen lebensnahen Krimi die Augen für die wahrhaftigen Realitäten der Bundesrepublik Deutschland im Jahr Anno 2014 geöffnet hat.
thkarlau 12.05.2014
4. Es ist ein gesellschaftliches Problem
Wenn man sich fragt, warum früher in Fußballstadien keine Zäune nötig waren oder warum früher niemand einem bereits am Boden liegenden Opponenten ins Gesicht getreten hat, kommt man zu einem erschreckenden Ergebnis. Wir haben jegliche Selbstkontrolle verloren, es gibt keine Werte und keine Tabus mehr, alles ist erlaubt, und zwar in allen Lebensbereichen. Dies kann man getrost als Folge der übergroßen Toleranz bezeichnen. In New York gabs früher jede Menge U-Bahn Vorfälle, bis ein Bürgermeister eine Null-Toleranz ausrief. Damit wurde jeder Vorfall sofort und umfassend verfolgt, die Bestrafung folgte auf dem Fuß. Das Ergebnis kennen wir alle, man kann wieder unbeschadet mit der U-Bahn fahren. So etwas brauchten wir in unserem toleranzbeduselten Land auch, und vor allem Gerichte, die wirklich Recht sprechen und nicht den Täterschutz als oberstes Ziel verfolgen. Das Wort Intensivtäter gibt es nur in Deutschland, weil man hier einem straffällig gewordenen jungen Menschen mehrfach Gelegenheit gibt, weitere Straftaten zu begehen anstatt ihm sofort zu zeigen, was die Folge von Straftaten ist. Unser Dilemma fängt schon im Kindergarten an und setzt sich über die Schulzeit bis ins Erwachsenenalter fort. Regeln menschlichen Zusammenlebens werden verletzt, ohne daß der Täter irgendwelche Folgen zu spüren bekommt. Wir ziehen uns die Straftäter durch unsere Toleranzduselei praktisch heran.
t_omte 12.05.2014
5. zu viele Teams
Ein toller Tatort aus Köln. Aber sind das nicht inzwischen zu viele Teams? Durch die wenigen Folgen pro Jahr können sich viele Charaktere überhaupt nicht entwickeln. Faber, Bönisch und Co. in Dortmund - großartig, aber viel zu selten. Und die Debatte um den unsäglichen Till Schweiger will ich hier gar nicht nochmal anzetteln - schade um den Sendeplatz!
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