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Saar-"Tatort" mit Devid Striesow: Blutige Bescherung

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ARD-Weihnachtskrimi Der neue Saar-"Tatort" im Schnellcheck

Ein "Tatort" wie im Glühweinrausch erdacht: In der neuen Saar-Episode ermittelt Devid Striesow als Kommissar Stellbrink auf Weihnachtsmärkten - und in Bordellbetten. Oje.

Was ist das Thema?

Taschendiebstahl, Erpressung und Mord zwischen Weihnachtsmännern und Sexdienstleisterinnen. Kommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow) macht bei den Ermittlungen eine mäßige Figur. Lässt sich von Männern mit weißen Bärten auf dem Weihnachtsmarkt beklauen, im Puff K.-o.-Tropfen einflößen und vom Kollegen gegen 500 Euro beim Luden auslösen. Lustig? Nun ja.

Wie blutig ist die neue Folge?

Überhaupt nicht blutig. Rot sind hier nur die Weihnachtsaccessoires und die Puff-Utensilien. Und die nerven irgendwann in ihrer komisch gemeinten Penetranz gewaltig.

Gibt es einen gesellschaftspolitischen Auftrag?

Wir befinden uns im drolligen "Tatort" aus dem Saarland, Deutschland und seine Probleme könnten nicht weiter weg sein. Es sei denn, Sie lassen das Durcheinander zwischen Glühwein und Weihnachtsgesängen als ernsthafte Konsumkritik durchgehen.

Peinlichste Szene:

Ein Zeuge soll einen Verdächtigen beschreiben. Statt zu reden holt der Zeuge nur einen Block Papier raus und zeichnet ziemlich genau das Gesicht des Gesuchten nach. "Ich bin Schnellzeichner und Event-Karikaturist", sagt er dem hocherfreuten Polizist. Zufälle gibt's, die gibt's gar nicht.

Wer sind die Verantwortlichen?

Beim Saar-"Tatort" bemüht man sich - nicht immer mit Erfolg - um einen leichten Ton. Das hat sich auch auf die Rekrutierung der Filmemacher niedergeschlagen: Zoltan Spirandelli hat mit dem Mönchsspaß "Vaya con Dios" vor gut zehn Jahren einen Komödienhit hingelegt. Die letzten Jahre schlug er sich mit Krimi-Späßchen wie "Danni Lowinski" oder "Der letzte Bulle" über die Runden. Drehbuchautor Michael Illner kommt aus derselben Ecke, hat ebenfalls bei "Der letzte Bulle" und bei einigem "Heiter bis tödlich"-Geblödel mitgemacht.

Und: Können wir das alles glauben?

Nein. Dieser "Tatort" ist plumper Quatsch, mutmaßlich im Glühweinrausch ersonnen.

Lohnt das Einschalten?

Nein, mit "Weihnachtsgeld" macht der Saar-"Tatort" seinem schlechten Ruf ein weiteres Mal alle Ehre. Wer einen gelungenen komischen "Tatort" sehen will, muss sich bis Neujahr gedulden. Da läuft der "Tatort" aus Weimar mit Christian Ulmen. Leckomio!


"Tatort: Weihnachtsgeld", Freitag, 2. Weihnachtstag (!), 20.15 Uhr, ARD