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11. Februar 2018, 13:57 Uhr

ARD-Sonntagskrimi

Der Weimar-"Tatort" im Schnellcheck

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Zitate von Goethe bis Gropius, Ermittlungsarbeit in der Museumsszene und im Rotlichtmilieu: Der Weimarer "Tatort" ist irgendwas zwischen Kunstschnurre und Bordelldrama. Leider nichts Gutes.

Das Szenario:

Mord und Totschlag zwischen Bauhaus und Laufhaus. Die Ermittlungen zum Mord an einem Milliardär und Kunstsammler, der sich auf Kandinsky und andere Bauhaus-nahe Größen spezialisiert hat, führen Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ins Rotlichtmilieu. Dorn ermittelt bald undercover in ziemlich fadenscheiniger Prostituiertenverkleidung - und sieht sich der Bedrohung eines Zuhälters ausgesetzt.

Der gesellschaftspolitische Auftrag:

Möglicherweise wollte man zeigen, wie gefährlich die Arbeitsverhältnisse von Sexarbeiterinnen sind. Bislang hielt sich der Weimarer "Tatort" ja mit gesellschaftspolitischer Sprengkraft zurück, hier nun steuert er auf ein brisantes explosives Ende zu - das dann leider doch völlig verpufft.

Die anrührendste Szene:

Ein Architekt, der darüber entscheiden soll, wo in Weimar das "Goethe-Geomuseum" gebaut werden soll, wird mit der Büste von Bauhaus-Gründer Walter Gropius erschlagen. Letztes zärtliches Wort des sterbenden Bauhaus-Jüngers: "Walter!"

Die abstoßendste Szene:

Polizistin Dorn verkleidet sich als alleinerziehende Unterschichten-Mutter Doreen, um beim Luden "Kalter Fritte" darum zu bitten, für ihn anschaffen gehen zu dürfen. Die Bewerbung eskaliert, ein Handlanger des Zuhälters schreit: "Los Mutti, zeig mal, was du für eine Sau bist!"

Der Plausibilitätsfaktor:

Nicht vorhanden. Der Schwenk vom Bordell-Schwank zum Rotlicht-Schocker misslingt gründlich, der Undercovereinsatz von Dorn wirkt völlig unglaubwürdig, fast zynisch.

Die Bewertung:

4 von 10 Punkten: Nach einigen sehr stilsicheren Krimi-Grotesken aus Weimar verliert sich dieser "Tatort" zwischen Rotlicht-Report, Kulturgeschichts-Rallye und Comedy-Krimi. Da helfen auch die vielen Verweise auf Goethe, Kandinsky und Gropius nicht. Mein Gott, Walter!

Die ausführliche Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Der kalte Fritte", Sonntag, 20.15, ARD

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