ARD-Osterkrimi Der Bremen-"Tatort" im Schnellcheck

Absprung, Absturz, Abgang: Hobbyfallschirmspringer Lürsen und Stedefreund fallen in einen bodenlosen, letzten Fall von Korruption und Gewalt. Abschied auf die harte Tour.

Christine Schroeder/ Radio Bremen/ ARD

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Das Szenario:

Tschetschenische Gangster bei der Geldwäsche, BKA-Scheusale auf Heroin - und mitten drin zwei Kripo-Ermittler, die beim Fallschirmspringen alle Sorgen vergessen wollen. Klappt natürlich nicht: Nach dem Mord an einer Sekretärin ermitteln Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) in einer Immobilienentwicklungsfirma, die mit Drogengeld der tschetschenischen Mafia arbeitet. Auf diese Weise kommen sie süchtigen BKA-Beamten in die Quere, die am illegalen Geldfluss teilhaben wollen. Dass Stedefreund ein Geheimnis mit den Junkie-Cops teilt, macht die Sache extra kompliziert.

Der Clou:

Absprung, Absturz, Abgang. Nach dem heiteren Einstieg an der offenen Tür eines Sportflugzeugs fallen die beiden Ermittler in einen besonders brutalen Fall und werden nochmal mit schuldhaften Verstrickungen aus Stedefreunds Vergangenheit konfrontiert. Hochbeschleunigter Krimi im Selbstzerstörungsmodus.

Das Bild:

Ein Schälchen mit dem trüben Mageninhalt des Opfers, darin: Mais- und Reiskörner. Der Rechtsmediziner vorlaut: "Ich tippe auf Mexikanisch." Ein bisschen später erklingen Mariachi-Bläser wie in einer Fast-Food-Werbung, sehr witzig.

Der Dialog:

"Was ist das?", fragt ein Handlanger der Tschetschenen-Gangster, als er den Kofferraum eines Wagens öffnet. Antwort vom Boss: "Das ist Harit. Er hat mit den Bullen geredet. Kopf, Arme und Beine habe ich schon entsorgt. Kannst Du Dich um den Rest kümmern?"

Der Song:

"Habibi" von Tamino. Dieser fatalistische musikalische Gruß vom hochgehandelten belgisch-ägyptischen Songwriter erklingt, als deutlich wird, wie weit sich Stedefreund in ein Netz von Schuld und Lüge verstrickt hat. Kein Ausweg in Sicht.

Die Bewertung:

9 von 10 Punkten. Nach 39 Fällen mit Lürsen und 35 mit Stedefreund: ein Abschied auf die harte Tour, Todesfälle nicht ausgeschlossen.

Die Analyse:

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"Tatort: Wo ist nur mein Schatz geblieben", Ostermontag, 20.15 Uhr

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Dramaturgen-Frau 22.04.2019
1. Ostersonntag lief nochmal ein sehr guter München-Tatort
- Wirklich sehenswert. Es ging um Liebe. Alle Beteiligten waren irgendwie mehr oder weniger mit Liebesdingen beschäftigt. Unvergessen der nackte Batic von hinten, der seine selbstgekochten scharfen Paprika dann allein essen musste. Sehenswert auch, weil keine Peinlichkeit nirgends. Und wenn etwas unwiederbringlich geht - wie jetzt eben der unsägliche Bremer Tatort mit der noch unsäglicheren Postel -, dann erinnert man sich voller Scham und Grauen an die Folge, als Postel spielen musste, sie sei in Joachim Król verliebt. Höhepunkt dieser Fremdschäm- und Ekelfolge: die sichtbar alternde Postel quasi halbnackt, nur mit Handtuch "bekleidet", in der Szenerie. Spätestens ab da hatte ich mir geschworen: nie wieder! Ja, das sind so Klassenunterschiede: München und Bremen. München macht weiter, Bremen sehen wir frühestens in anderthalb Jahren wieder. Um 21:45 Uhr ist es endlich vorbei. Gut so!
gersois 22.04.2019
2.
Zitat von Dramaturgen-Frau- Wirklich sehenswert. Es ging um Liebe. Alle Beteiligten waren irgendwie mehr oder weniger mit Liebesdingen beschäftigt. Unvergessen der nackte Batic von hinten, der seine selbstgekochten scharfen Paprika dann allein essen musste. Sehenswert auch, weil keine Peinlichkeit nirgends. Und wenn etwas unwiederbringlich geht - wie jetzt eben der unsägliche Bremer Tatort mit der noch unsäglicheren Postel -, dann erinnert man sich voller Scham und Grauen an die Folge, als Postel spielen musste, sie sei in Joachim Król verliebt. Höhepunkt dieser Fremdschäm- und Ekelfolge: die sichtbar alternde Postel quasi halbnackt, nur mit Handtuch "bekleidet", in der Szenerie. Spätestens ab da hatte ich mir geschworen: nie wieder! Ja, das sind so Klassenunterschiede: München und Bremen. München macht weiter, Bremen sehen wir frühestens in anderthalb Jahren wieder. Um 21:45 Uhr ist es endlich vorbei. Gut so!
Schön, dass Ihnen der nackte Hintern von Herrn Batic (gleicher Jahrgang wie Lürsen) so gefallen hat! Und die Damen in jenem Tataort waren auch noch knackiger! hat aber nicht mit dem neuen Brmer tatort zu tun. Mein Tipp für heute Abend: Schalten Sie nicht ein, zu viel Ärger könnte Ihnen schaden. Sie hatten ja ohnehin geschworen "nie wieder".
Dramaturgen-Frau 22.04.2019
3. Kaum 5 Minuten waren vergangen...
... da wurden wir wieder mit einem Drehbuch-Dramaturgiefehler par excellence malträtiert: Die Figur Helen sagt "Ist das meine Mutter?" Zu wem sagt sie das? Kein Ansprechpartner eingeführt. Redet sie mit sich selbst? Wie in der Soap? Fragt sie uns, den Zuschauer, das? Richtig müsste es heißen: "Mutter?" Aber ach, was rede ich: versendet sich, gelt?! Ist ja Bremen. Da sind die Leute so einsam, dass sie mit sich selber reden. Nur das pseudohysterische Geschrei der Postel über Minuten, um vorzugaukeln, dass Leben in der Frau sei, hätte nun echt nicht sein müssen.
geschädigter5 22.04.2019
4. Die Sprachverständlichkeit
Ist mal wieder unter aller Sau. Von was soll denn der Krimi leben? Wie kann mur solchen Schrott abliefern? Wann werden mal wieder Schauspieler eingesetzt, die auch richtig sprechen können?
Susi Sorglos 22.04.2019
5. Wie immer
Wenn Herr Buss gegen 10 tendiert - es wird eine "Nach 15 Minuten im Koma"-Show. Habe nac 20 Minuten ausgemacht
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