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Improvisations-"Tatort": Wenn der Workshop aus dem Ruder läuft

Foto: Tom Trambow/ WDR

ARD-Neujahrskrimi Der Dortmund-"Tatort" im Schnellcheck

Wer ist das Monster? In diesem Crossover-"Tatort" treten Jörg Hartmann, Charly Hübner, Friederike Kempter und viele andere tolle Schauspieler zum Impro-Showdown an. Das Biest lassen sie leider nicht von der Leine.

Das Szenario:

Teambuilding-Terror im Tagungshotel. Nach dem Mord an vier Polizisten aus unterschiedlichen Ecken Nordrhein-Westfalens stellen die Coaches der Firma Crisis Performing Consulting (Charly Hübner und Bjarne Mädel) per Power-Seminar eine Crew zusammen, die diesen unlösbar erscheinenden Fall aufklären soll. Die Dortmunder Kommissare Bönisch (Anna Schudt) und Faber (Jörg Hartmann) sowie fünf weitere Ermittler (u.a. Ben Becker und Nicholas Ofczarek) werden im unvermeidlichen Stuhlkreis gestreichelt, gedemütigt und gegeneinander aufgestachelt. Mitarbeiter-Manipulation aus dem Handbuch des Humankapitalspezialisten.

Der Clou:

Der Polizei-Workshop als Impro-Workshop: Regisseur Jan Georg Schütte lässt seine Schauspieler das unkonventionelle Rekrutierungsverfahren für die Spezialeinheit im freien Spiel aufführen. Zuvor hatte Schütte Komödien wie "Wellness für Paare" in Szene gesetzt, im Krimi läuft die Improvisation jedoch weitgehend ins Leere. Die extrem unglaubwürdige Ausgangslage führt zu extrem unglaubwürdigen Kollisionen innerhalb des Ermittlertrupps. Auch die Pointe, dass Friederike Kempter als Münsteraner Kommissarin Krusenstern einen Auftritt vor ihrem gerade angekündigten Ausscheiden aus dem "Tatort"-Dienst hat, schlägt keine Funken.

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Improvisations-"Tatort": Wenn der Workshop aus dem Ruder läuft

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Das Bild:

In einem Cameo-Auftritt gibt Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet. Ein bisschen steht er da wie ein Pappaufsteller seiner selbst, während er die Kommissare im Bürokratendeutsch in ihre Aufgabenstellung einführt. "Hart aber fair"-Auftritte von Laschet wirken dagegen fast flamboyant.

Der Spruch:

"Alter Schwede, ich habe keinen Instinkt mehr!" So schreit Faber, während ihn die Coaches mit Psychospielen verrückt machen. Was soll man sagen: Der eigentlich unfehlbare Faber agiert hier tatsächlich so instinktlos wie noch nie.

Der Song:

"The Beast in Me"  von Johnny Cash. Hier wird die etwas abgegriffene Nummer vom nur wenig gezähmten Monster im Menschen am Ende bedeutungsschwer von einem der Schauspieler am Piano vorgetragen.

Die Bewertung:

3 von 10 Punkten. Crossover-"Tatort" mit vielen interessanten Ansätzen. Doch trotz des Impro-Gebots zur Entfesselung: Das Biest wird leider nicht von der Leine gelassen.


"Tatort: Das Team", Neujahr, 20.15 Uhr, Das Erste

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Rolf Vennenbernd/ dpa