ARD-Sonntagskrimi Der Dresden-"Tatort" im Schnellcheck

Messer im Bauch, Rendezvous mit Psycho: Bei der Jagd nach einem Serienmörder wird den Dresdner "Tatort"-Ermittlerinnen hart zugesetzt. Ein kleiner, blutiger Schocker.

MDR/ Wiedemann&Berg

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Das Szenario:

Mein mörderisches Ich, einfach unverbesserlich: Die Ermittlerinnen aus Dresden jagen einen Serienkiller, der aus purer Lust am Töten komplizierte Taten plant. Oberkommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) wird bei der Verfolgung des maskierten Mörders in den Bauch gestochen, die neue Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) schaut hilflos zu. Später nimmt der Psychokiller sie noch einmal persönlich ins Visier - ein Duell Auge in Auge.

Der Clou:

Gesichtsloses Monster, kaltblütiger Normalo: Der Blick auf den Mörder verändert sich bei diesem Genre-Hybriden aus Serienkiller-Rätsel und Psycho-Nabelschau von einem Moment auf den anderen fundamental. Nach der Jagd auf den mythisch überhöhten Killer folgt die direkte Konfrontation mit einem ausgetickten Spießer, der im Eigenheimkeller alle Utensilien für sein blutiges Hobby bereithält.

Das Bild:

Der Psychokiller hat seine Leichen in einem abgelegenen Haus zu Arrangements gepflegter Häuslichkeit zusammengestellt. Auf der Couch vor dem Fernseher sitzen Mann und Frau, einer der Kommissarinnen entfährt der Satz: "Da ist noch Platz!" Bleibt die Frage: Für wen?

Der Dialog:

Kommissarin Gröschel: "Wenn du vom Pferd fällst, musst du schnell wieder aufsteigen."

Kommissarin Gorniak: "Hey! 15 Zentimeter Edelstahl in meinen Eingeweiden, innere Blutungen, sechs Wochen künstliches Koma, drei Wochen Reha - ich bin nicht vom Pferd gefallen, klar?"

Der Song:

"What A Difference A Day Makes" von Dinah Washington. Diese unverwüstliche, heitere Hymne an das kleine Glück im anstrengenden Leben läuft, während der Serienkiller mit einer ausblutenden Leiche im Kofferraum zu seinem Spießerglück-Haus am Stadtrand zurückfährt.

Die Bewertung:

7 von 10 Punkten. Sauber gebauter Serienkiller-Thriller, der allerdings ein bisschen mehr mit der Hybris des Täters hätte spielen dürfen. Für ein paar sehr beunruhigende Momente vorm Zubettgehen reicht es allemal.

Die Analyse:

Lesen Sie bitte hier weiter!


"Tatort: Das Nest", Sonntag, 20.15 Uhr, ARD



insgesamt 87 Beiträge
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poetnix 28.04.2019
1. Leichen-Versteckspiele.
Zu hoffen bleibt, dass die Leiche nicht im Wald, einem See, im Keller etc.versteckt wird und dass nicht zu viel Blut gezeigt werden muss, um zu beweisen, dass der Mord erfolgreich war. Kennen wir alles schon bis zum Überdruss und außer Mord hat die Gesellschaft auch noch andere Problemfälle, die ein Drehbuch wert wären.
oranje-web 28.04.2019
2. was ich mich frage ist
warum müssen tatortsongs( aber auch songs in anderen deutschen TV filmen) immer auf engl. sein. Ist Arroganz der macher " ich kann engl. also müsst ihr es auch können " oder gibt es Songschreiber die gute passende texte auf deutsch schreiben könne. Letzteres denke ich nicht.
Dramaturgen-Frau 28.04.2019
3. Die Frage ist eine andere
Zitat von oranje-webwarum müssen tatortsongs( aber auch songs in anderen deutschen TV filmen) immer auf engl. sein. Ist Arroganz der macher " ich kann engl. also müsst ihr es auch können " oder gibt es Songschreiber die gute passende texte auf deutsch schreiben könne. Letzteres denke ich nicht.
Nämlich die: Warum müssen Lieder im Tatort überhaupt thematisiert werden? Dasselbe gilt für "Der Dialog". Hier wird ein wirklich schlapper Dialog (Stichwort: "Vom Pferd gefallen") exemplifiziert, der überhaupt keine große Pointe oder Dialogkunst darstellt. Man könnte implizieren, dass ein Tatort, der solche nichtigen Dialoge hervorbringt, im Gesamt nicht sehenswert sein kann.
joachimbendixen 28.04.2019
4. Danke für die Vorwarnung
Ich werde mir diesen brutalen Tatort nicht ansehen. Auf die englischsprachigen Hintergrundlieder kann ich auch gerne verzichten. Das gilt auch für die bedrohlich wabernden Bässe, welche die Spannung erhöhen sollen, wenn die schaupielerischen Mittel versaagen.
wi_hartmann@t-online.de 28.04.2019
5. "Tatorte"
Die einst legendären Tatortfolgen z. B. mit Schimanki sind zur billigen Massenware verkommen. Meist miese Drehbücher mit nicht viel besseren Darstellern haben den Bonus für die einst erfolgreiche Serie verbraucht. Der Unterschied zwischen US-Ramschware und den jetzigen Tatortfolgen ist wenigen Ausnahmen (z. B Münster) gleich null.
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